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MBA via Internet
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Kostenlos, aber selten zielführend

MBA via Internet-Kurs

Teil 2: Lernen um des Wissens willen

Laurie Pickard weiß sehr genau, dass sie am Ende ihres ganz persönlichen Studiums keinen MBA-Abschluss in den Händen halten wird, aber das ist ihr egal. "Ich mache das wegen der Kenntnisse", sagt sie.

Ihre Kurse werden auf verschiedenen Plattformen angeboten, viele auf der größten namens Coursera mit aktuell mehr als 630 Kursen aus etlichen Disziplinen.

Es sind nicht nur einzelne Professoren von Top-Wirtschaftshochschulen wie Yale, Booth School of Business, Stanford, der spanischen IESE, oder der HEC Paris, die ihre Kurse ins Netz stellen. Die Wharton School der Universität von Pennsylvania etwa brachte ihr komplettes Pflichtprogramm des ersten MBA-Studienjahrs ins Netz. Bis auf zwei hat Pickard sie belegt, die beiden anderen will sie nachholen.

Ideale Möglichkeiten

Der Kurs von Christian Terwiesch, seit 1998 Wahrton-Professor, stand auch auf ihrem Stundenplan. Für den Experten für Produktionsplanung und Prozessmanagement sind MOOCs das "faszinierendste Thema, das die Uni-Welt derzeit hat", und eine ideale Möglichkeit, "auf anderen Wegen Wissen zu vermitteln". 240.000 Menschen wollten bisher bei ihm online lernen.

Glaubt man Philip Delves Broughton, der mit einem Buch über sein MBA-Studium an der Harvard Business School bekannt geworden ist, macht er das gar nicht schlecht. Aber es gibt auch viele andere Fälle, schreibt der auf seinem Blog. Broughton hat sich einige der MBA-MOOcs genauer angesehen und viele Beispiele gefunden, bei denen sich Dozenten zu wenig Gedanken gemacht haben, wie die Teilnehmer den Kurs tatsächlich zu Ende bringen.

Schwierige Motivation

Das ist das große Problem aller kostenlosen Hochschulkurse im Netz: Nur ein Bruchteil schließt den Kurs ab. Von Terwieschs 60.000 bis 80.000 Teilnehmern je Kurs halten meist 5000 durch.

Es ist eben doch schwierig, sich allein vor dem Rechner zu motivieren und nur übers Web zu diskutieren.

Studentin Laurie Pickard denkt darüber nach, eine Lerngruppe vor Ort zu gründen. "Ich wünsche mir schon mehr echte Hörsaalatmosphäre", sagt sie. Dafür ist ihr MBA aber eben auch kostenlos. Die Frage ist nur: Kann es auf Dauer gutgehen, dass teure Business-Schools ihr Wissen verschenken?

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