Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Hoffnung
Foto: Mopic/Fotolia.com
Bedrohte MBAs

Letzte Hoffnung Mittelstand

Teil 3: Deutsche Business Schools sind abhängig

Für ihn heißt das: "Wir brauchen Leute, die der deutschen Sprache mächtig sind." Wenn es weitergeht, soll sich die Gisma auf deutsche Studenten fokussieren, der MBA soll dann auf Deutsch und Englisch unterrichtet werden, von Professoren der Universität Hannover und anderen Hochschulen. Bisher hat die Gisma in ihrem englischsprachigen Vollzeit-MBA vor allem internationale Studenten angezogen.

Die aber taten sich mit geringen Deutschkenntnissen schwer, einen Job zu finden. Insider sagen, die Unternehmen vor Ort hätten mit den Absolventen wenig anfangen können. Überraschend kam die Pleite daher nicht. "Im Markt wurde in jüngerer Vergangenheit bereits über das Ausscheiden dieser Institution gemutmaßt", sagt WHU-Rektor Frenkel. Er glaubt, dass die Insolvenz der Gisma den Markt nicht groß verändern wird. Rund 100 Studenten hat sie aktuell.

Kein Abschluss

In diesem August wird an der Gisma definitiv kein MBA-Jahrgang sein Studium beginnen. Bis Ende Juli haben Bredemeier und seine 20 Mitarbeiter Zeit, ein Konzept zu erarbeiten und Geldgeber zu überzeugen. Denn die Gisma ist nicht nur an der inhaltlichen Ausrichtung und dem teuren Partner gescheitert.

Kaum eine deutsche Business-School schafft es, auf eigenen Füßen zu stehen, etliche kämpfen immer wieder mit Finanzproblemen oder haben Mäzene, die ihre Defizite ausgleichen. Genau die aber fehlten der Gisma – trotz Unterstützern wie dem früheren RWE-Chef Jürgen Großmann, der es schade findet, "dass sich eine solche Bildungseinrichtung in Deutschland nicht durchsetzen konnte." 

Geduldsprobe

Ohne das Geld vom Land Niedersachsen und von der Wirtschaft kann die private Hochschule nicht überleben. Doch Wirtschaft und Land waren in den vergangen Jahren nicht sehr glücklich mit der Hochschule. Förderer hätten in der Vergangenheit schon gesagt, dass irgendwann Schluss sein müsse und Zahlungen eingestellt, sagt der Hannoveraner Universitäts-Präsident Erich Barke. Das Land kürzte zudem den Zuschuss auf 700 000 Euro. Über die Unterstützung der Firmen will Bredemeier nicht reden, er sagt nur, dass die Gisma feste Zusagen von den Unternehmen bis 2016 und vom Land bis 2017 habe.

Fragt man dagegen seinen Universitätskollegen Barke, ob seine Hochschule die eigenständige Gisma braucht, erklärt er: "Nein, wir überleben auch ohne MBA. Aber eine sinnvolle Ergänzung wäre eine Business-School schon." Fallenlassen werde man die Gisma aber nicht.

Die besten Business Schools