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Hoffnung
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Bedrohte MBAs

Letzte Hoffnung Mittelstand

Teil 2: So trennt sich die Spreu vom Weizen

Auf den zweiten Blick aber zeigt sich: Nicht der ganze Markt in Deutschland schwächelt. Es trennt sich eher die Spreu vom Weizen. Die wenigen international ausgerichteten Anbieter wie die Mannheim Business School, die HHL – Leipzig Graduate School of Management, die Berliner European School of Management and Technology (ESMT) und die WHU – Otto Beisheim School of Management nahe Koblenz werden attraktiver.

Sie vergrößerten zuletzt ihre Jahrgänge im MBA, berufsbegleitende Programme kamen hinzu. "Erfolgreiche MBA-Programme sind in Deutschland möglich, sie setzen aber international ausgerichtete und forschungsstark aufgestellte Business-Schools voraus", sagt Michael Frenkel, Rektor der WHU.

Die Betonung liegt dabei auf "und": international und forschungsstark. Der MBA-Studiengang der 1999 gegründeten Managementhochschule Gisma war zwar im Prinzip eine Eins-zu-eins-Kopie des amerikanischen Partnerprogramms, als Hochschule aber konnten sich die Hannoveraner nie wirklich etablieren. Zudem erwies sich die Andockung an den US-Partner, der dafür zuletzt 1,5 Millionen Euro Lizenzgebühren jährlich bekam, nach Ausbruch der Finanzkrise und der Kritik an der Managementausbildung nach US-Vorbild eher als Last. Die Bewerberzahl sank.

Das Deutsche im MBA

Andere Business-Schools in Deutschland haben ihren MBA oder Executive MBA in Eigenregie aufgezogen. Auf ein Programm mit einem amerikanischen Partner hat sich von den international ausgerichteten Hochschulen nur noch die WHU eingelassen. Alle Anbieter versuchen seit neuestem zudem, das spezifisch Deutsche – die Mitbestimmung und die vom Mittelstand geprägte Wirtschaft – stärker in die Programme zu bringen. An der Gisma war das aber kaum möglich. Die seit 2011 als privates Institut an die Leibniz Universität Hannover angedockte Hochschule hat nur drei Professoren, Lehrpläne und Dozenten wurden im Prinzip komplett von den Amerikanern übernommen.

Wenn Gisma-Chef Bredemeier, der lange bei der NordLB für das Sponsoring zuständig war und keine Erfahrung an Hochschulen hat, seine Sanierungspläne umsetzen kann, soll sich das ändern. Der Betrieb läuft erstmal weiter, genauso wie der bis Mitte 2014 geschlossene Vertrag mit Purdue, doch Bredemeier will den Partner nicht mehr haben. Er will die Hochschule stärker an die Universität Hannover heranführen. Ein neuer internationaler Partner wäre in einem zweiten Schritt denkbar, Bredemeier sucht nun aber stärker in Europa. "Das neue Konzept soll international bleiben, stellt aber stärker auf die Interessen der deutschen Wirtschaft ab", sagt er.

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