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Führungskräfteschmiede des Ostens
Die IEDC-Bled School of Management liegt im slowenischen Bled.Foto: leonidp / fotolia.com
Business-School

Führungskräfteschmiede des Ostens

Teil 2: Der Blick fürs Ganze

Heute ist Bled längst nicht mehr die einzige Business-School in Osteuropa. Die University of New York hat einen Ableger in Prag, es gibt die Central European University Business School in Budapest, die European Higher School of Economics and Management in Sofia und eine Reihe von Wirtschaftshochschulen in den baltischen Ländern, die sich in der Organisation Ceeman zusammengeschlossen haben. "Wir sind aber die internationalste Schule in Mittel- und Osteuropa", sagt Purg. Eine deutsche Führungskraft, die an Veranstaltungen in Bled teilnimmt, sagt: "Die Schule ist vor allem ihr Werk, Purg ist unermüdlich unterwegs." Tatsächlich fliegt Purg durch die Welt, um die Internationalisierung voranzutreiben. So will sie nun ein Büro in Dubai öffnen. "Ich will die ganze Welt in einer Klasse haben", sagt sie.
 
Mit Kosten von 23.000 Euro bis 34.000 Euro für die drei MBA-Programme ist Bled für osteuropäische Verhältnisse teuer. Dennoch sagt die Gründerin: "Wir könnten mehr verlangen." Doch dann seien die Bewerber aus Osteuropa raus, dann kämen vor allem Teilnehmer aus Westeuropa und Schwellenländern.
 
Unrechtbewusstsein schaffen

Die Hochschule hat es sich zum Ziel gesetzt, nicht nur das Einmaleins für Führungskräfte zu vermitteln, sondern den Managern etwa über die Auseinandersetzung mit der Kunst neue Perspektiven, Kreativität und Innovation zu vermitteln. "Es ist ein Vorteil, dass ich Politikwissenschaftlerin bin. Das gab mir von Anfang an einen größeren Blick für das Ganze", sagt Purg, die auch den slowenischen Präsidenten Borut Pahor berät.

IEDC hat nicht nur den Anspruch, bessere Manager auszubilden, sondern auch bessere Menschen. Denn Osteuropa leidet noch immer unter Bestechlichkeit, Vorteilsnahme und Vetternwirtschaft. Deshalb verpflichtet die slowenische Hochschule ihre Absolventen auch, eine Ethik-Erklärung zu unterzeichnen. Darin heißt es wörtlich: "Ich werde Korruption, unfairen Wettbewerb und für die Gesellschaft schädliche Geschäftspraktiken unterlassen." So eine Unterschrift ändert nicht das System, aber schafft ein Unrechtsbewusstsein – das zumindest ist die Hoffnung in Bled.
Dieser Artikel ist erschienen am 10.05.2016

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