Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Fördern von Talenten
Foto: Edelweiss/Fotolia.com
Chicago Booth | Interview

Fördern und Forschen für die Karriere

Teil 4: Effekte auf die Lehre


Stanfords Unipräsident hat MOOCs als den "nächsten Tsunami" für Universitäten bezeichnet. Sind sie das?

Ich habe 20 Jahre Erfahrung in der Wissenschaft. Es hieß schon so oft, dies oder das wird der nächste Tsunami. Werden MOOCs einen langfristigen Effekt auf die Lehre haben? Vermutlich. Wissen wir, wie dieser aussieht? Nein. Werden die Onlinekurse alles Dagewesene ersetzen? Nein. Das ist nicht das Ende des Hörsaals.

Weil die meisten Hochschulen noch kein offizielles Zertifikat dafür ausstellen?

Ich denke nicht, dass der Stempel zählt. Die Absolventen und die Qualität der Forschung sind entscheidend. Es geht darum, wie gut wir die Leute ausbilden und welche Jobs sie finden. MOOCs sind eine Chance. Sie helfen uns, die Lehre im Hörsaal zu verbessern.

Wenn Personaler die MOOCs-Abschlüsse als genauso wertvoll ansehen wie Uniabschlüsse und die Onlinekurse von den gleichen Professoren gehalten werden: Warum sollte man dann Zehntausende Euro für ein Studium bei Ihnen zahlen?

Unser Hauptgeschäft ist es, akademische Inhalte zu generieren. Und das machen wir auch in den MOOCs. Wir sind Urheber der Inhalte, wir wiederholen ja nicht, was andere sagen.

Aber wo ist das Geschäftsmodell?

Wenn es so weit kommt, dass MOOCs eine echte Alternative sind, dann werden wir einen Weg finden, damit umzugehen. Institutionen mit langer Geschichte tendieren dazu, sich immer wieder neu zu erfinden und sich den Gegebenheiten anzupassen. Glauben Sie mir, wenn MOOCs echte Konkurrenz für Business-Schools sind, werde ich schon lange nicht mehr Chicago-Booth-Dekan sein.

Herr Kumar, vielen Dank für das Interview.

Die besten Business Schools