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Chicago Booth | Interview

Fördern und Forschen für die Karriere

Teil 2: Nachwuchs-Pipeline der Wirtschaft


Die MBA-Gebühren an den US-Hochschulen sind teils auf mehr als 50.000 Dollar im Jahr gestiegen. Gehen wegen der hohen Gehälter so viele in die Beratung und den Finanzsektor? So können sie schnell ihre Schulden zurückzahlen.

Es gibt mehrere Gründe. Die Beratung ist ein guter Weg, Erfahrung in der Wirtschaft zu sammeln und Unternehmen schnell zu analysieren. Die Beratungen sind so etwas wie die Nachwuchs-Pipeline der Wirtschaft. Das Gehalt spielt aber sicher auch eine Rolle.

Würden mehr Absolventen in die Industrie gehen, wenn die Gebühren niedriger wären?

Das glaube ich nicht. Menschen entscheiden sich für die Jobs, die sie haben wollen.

Die Schulden der Studenten in den USA sind so hoch wie nie – und übersteigen die Kreditkartenschulden in den USA. Ist ein Ende der Preisspirale in Sicht?

Verglichen mit unseren Wettbewerbern sind wir nicht viel teurer. Die Gebühren variieren um etwa 15 Prozent und wir sind da eher am unteren Ende. Wir bürgen für Studentenkredite und stellen so sicher, dass es nicht am Geld scheitert. Zumal: Die Höhe unserer Stipendien steigt viel stärker als die unserer Gebühren.

Viele Studenten bekommen nur ein Teil-Stipendium und haben ja dennoch hohe Schulden. Könnte dies Absolventen davon abhalten, zu gründen?

Der Bereich, der bei uns am schnellsten wächst, ist die Gründerausbildung und das Unternehmertum. Die Zahl der Gründer ist natürlich verhältnismäßig klein. 20 bis 25 Studenten gehen in Unternehmen, die gerade erst gegründet wurden. Sieben oder acht Unternehmen entstehen jedes Jahr hier, auch aus unserem Gründerwettbewerb heraus. Noch einmal: Sie dürfen nicht nur auf den ersten Job schauen. Der Wert eines MBA bemisst sich am Gehaltsplus über das gesamte Berufsleben hinweg. Ein MBA von einer der Top-Managementhochschulen rentiert sich in fast jedem Beruf und in fast jeder Branche.

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