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Abfahren auf Nachhaltigkeit
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Neue Themen für MBA-Programme

Ergebnisorientiert und voller Verantwortung

Teil 2: Anspruchsvolle Generation

Inwiefern muss sich die Lehre an den Managementhochschulen ändern?

Hier kommt ein weiteres Merkmal der Generation zum Tragen, nämlich das Interesse an Themen wie Nachhaltigkeit und Verantwortung. So brauchen MBA-Programme weniger volkswirtschaftliche Spezialmodelle, die nicht einmal im Nachhinein Krisen vernünftig erklären. Was sie brauchen, sind Themen wie Corporate Social Responsibility (CSR), Nachhaltigkeit, Funktionsweise von NGOs und insgesamt viel mehr Auseinandersetzung mit Veränderungen innerhalb unserer Arbeitswelt. Wir in Saarbrücken haben Derartiges seit langem in unserem MBA-Curriculum, sind aber dabei, es noch mehr zu vertiefen, denn gerade das sind Themen, die auch im internationalen Kontext Relevanz haben.

Was verlangt diese Generation von den Hochschulen, den Professoren und ihrem Studium?

Die neue Generation ist anspruchsvoll, und das ist gut so. Wir werden aber sehen, ob sie auch bereit ist, Dinge aktiv mitzugestalten. Ich würde mich freuen, wenn sie wesentlich mehr verlangen und gleichzeitig mehr in Diskussionen einsteigen würde. Ansonsten will sie zum einen ein Studium, das kurzfristige Hilfe zur Karriere und gute Noten bietet, zum anderen sich aber mit den zuvor beschriebenen gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzen.

Geht es "nur" um die Einbindung von Social Media & Co oder müssen die Managementhochschulen auch etwas an ihrer Struktur ändern?

Obwohl ich Technik-Fan bin, glaube ich, dass Social Media hier überschätzt wird. Es geht daher sicher nicht darum, Social Media massiv einzubinden. Es geht vielmehr darum, einen Platz für Face-to-face-Bildungsangebote in einer von Social Media geprägten Welt zu finden. Aber genauso, wie Jugendliche Musik über iTunes laden und trotzdem in ein gutes Live-Konzert gehen, werden sie auch Bildung übers Netz direkt oder indirekt aufsaugen, gleichzeitig aber die persönliche Nähe und das Live-Erlebnis einer Vorlesung oder eines Seminars suchen. Das ist die Chance für Professoren, die wegkommen müssen von Powerpoints, und die stattdessen auf persönliche Interaktion setzen sollten.

Dieser Artikel ist erschienen am 26.04.2013

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