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MBA-Wissen auf 242 Seiten?
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"The Real-Life MBA"

MBA-Wissen auf 242 Seiten?

Teil 3: "Fix it, sell it or close it"

So formt sich die Botschaft des Buches: "Du kannst auch ohne formalen MBA-Abschluss ganz nach oben kommen." Der Autor lenkt damit den Blick auf Typen wie ihn, wie Bill Gates, wie Warren Buffett, die Karriere ganz ohne Studium an Elite-Business-Schools gemacht haben. Sein Appell: "Lernt, wann immer es geht!"

Carlota Ribeiro Ferreira folgte diesem Aufruf. Die portugiesische Unternehmerin kaufte das Werk an dem Tag, als es in die Regale kam. "Der Stoff des Buches ist zu wichtig, um ihn mal eben in der Pause oder in der Freizeit zwischen tausend anderen Dingen zu lesen." Sie nahm sich im Sommer ein paar Tage frei, tauchte tief in das Werk ein, freut sich im Rückblick über diese Auszeit. "Ich war überrascht, wie viel ich lernen konnte." Sie sei mit neuer Energie in ihren beruflichen Alltag zurückgekehrt.

Die Geschichten im Buch sind gut erzählt. Aber können die etwas mehr als 200 Seiten wirklich das liefern, was ein MBA-Studium bringt? Auch Autor Welch hat schon einmal auf einen Vorteil des Studiums verwiesen: An den Toren der Business-Schools stünden "Beratungsfirmen und Investmentbanken. Sie warten auf MBA-Absolventen, die sie direkt vom Campus anheuern." Wer an einer Top-Hochschule studiert, bekommt den gut dotierten Job gleich mitgeliefert. Überdies gibt es Anleitung durch akademische Lehrer, prägende Erfahrungen im Team, man lernt voneinander.

Klare Regeln ohne viel Federlesens

All das kann kein Buch leisten. Es ist nicht mehr – aber auch nicht weniger – als ein Fundus lebenspraktischen Wissens. Manche Managementbücher werden nur gekauft, damit man sie hat. Bei Welch wäre das schade, denn viele seiner Ratschläge wurden in der Praxis längst zu bewährten, aber selten erklärten Standards.

Sein "Fix it, sell it or close it" verdichtet Wissen, das zu übermitteln mancher Professor ein ganzes Semester braucht, auf einen Sieben-Wort-Satz. Frei übersetzt lautet er: Ein Geschäft, das nicht gut läuft, wird in Ordnung gebracht, verkauft – oder dicht gemacht, und zwar ohne viel Federlesens.

Mit solch einfachen Regeln stellte Welch oft weniger klar daherkommende Weisheiten aus dem MBA in den Schatten.
Dieser Artikel ist erschienen am 02.11.2015
 

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