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MBA: Wie gut sind die Business-Schools?

Christoph Mohr
Gut 100 Business Schools aus aller Welt präsentieren sich im Oktober in Frankfurt und München. Jede hat ihre Vorzüge, Schwächen und Spezialitäten. So finden Sie die MBA-Schule, die für Sie richtig ist.
Die Besten der Besten: Internationale MBA Schools im VergleichFoto: © Blue-Fox - Fotolia.com
Wer zum ersten Mal auf die World MBA Tour kommt, ist vor allem eins: erschlagen. Den Besucher in der Frankfurter Messe oder im Hotel Holiday Inn in München erwartet eine unübersehbare Zahl von Business-School-Ständen. Vor den Zutritt hat der Herrgott noch eine Warteschlange gesetzt, mal länger für den, der sich nicht angemeldet hat, mal kürzer für die Klugen mit Internetregistrierung. Immerhin: Wer die erste Hürde geschafft hat, bekommt am karriere-Stand einen Raumplan. Zweimal im Jahr packen die wichtigsten Business Schools aus aller Welt Werbebroschüren, Infomaterial und vor allem echte Menschen ein und kommen nach Deutschland, um sich und ihre MBA-Programme zu präsentieren. Information hautnah. Schneller und bequemer lässt sich die richtige MBA-Schule kaum finden.Doch was ist überhaupt die richtige Business School? Man kann es sich einfach machen: Die besten sind eben die, die in den einschlägigen Rankings, wie sie auch von karriere für die europäischen Schulen erstellt werden, die Plätze ganz oben besetzen. Oder noch einfacher: Die besten Business Schools tragen alle das Qualitätssiegel zumindest einer der beiden weltweit maßgeblichen Akkreditierungsorganisationen, der amerikanischen Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB) oder ihres europäischen Counterparts EFMD, der European Foundation for Management Development, mit ihrer EQUIS-Prüfung.

Die besten Jobs von allen

Gut allein genügt nichtDoch wirklich helfen können Rankings und Gütesiegel nicht. Eine "gute" Schule muss noch lange nicht die richtige für einen selbst sein. Hinzu kommt, dass die MBA-Programme sich trotz mancher Schwerpunkte und Spezialitäten nicht grundlegend unterscheiden. Der Master of Business Administration hat ja gerade den Vorzug, dass er Management-Know-how vermittelt, das sich überall anwenden lässt. Die Wahl der persönlich passgenauen Schule folgt anderen Kriterien: der eigenen Karriereplanung zum Beispiel, in welchem Land man seine berufliche Zukunft sieht, ob man an einer kleinen, intimen Business School studieren möchte oder an einer der großen Schmieden mit breiter Auswahl und hoher Internationalität.Gute Schulen gibt es viele, doch jede hat ihr eigenes Flair. Zwischen der wettbewerbsorientierten Harvard Business School etwa und Kellogg (Chicago), die stark auf Teamgeist setzt, liegen Welten. Genauso wie zwischen Columbia im Herzen New Yorks und Tuck, die in dem weit abgelegenen Universitätsstädtchen Hanover/New Hampshire ihren Campus hat. Das Schweizer IMD ist ohne Zweifel eine Top-Adresse - aber eben nicht für jemanden, der seine berufliche Zukunft im Consulting oder Investmentbanking sieht. HEC Paris oder SDA Bocconi (Mailand) wiederum gehören nicht zu den allerbesten Business Schools in Europa. Aber wer seine berufliche Zukunft in Frankreich, in Italien oder in der Modeindustrie sieht, könnte keine bessere Wahl treffen.Die Moral von der Geschicht? Jede Schule hat ihre besonderen Stärken und Schwächen. Und - wie man bei uns in Düsseldorf sagt - jede Jeck is anders, also auch jeder MBA-Student. Es lohnt sich daher, sich jede Schule genauer anzusehen. Ein Dutzend der Besten haben wir für Sie schon einmal abgeklopft.Business Schools in den USA und ChinaANDERSON/UCLA (USA)Profil: Die University of California at Los Angeles, kurz UCLA, ist eine der prominentesten Hochschulen der Vereinigten Staaten. Ihr Business-Ableger, die Anderson School, ist weniger bekannt, obwohl hier schon seit 1939 ein MBA-Programm angeboten wird. Als eine der wenigen staatlichen unter den führenden US-Business Schools konkurriert Anderson mit der Haas School der University of California at Berkeley und der Stanford Graduate School of Business um den Ruf des besten MBA-Programms an der US-amerikanischen Westküste.
Stärken: Dank staatlicher Führung nimmt Anderson mit 35.500 Dollar vergleichsweise moderate Studiengebühren. Der UCLA-Campus liegt mitten in Showbiz-Land, in der Nähe von Santa Monica, Malibu, Bel Air und Beverly Hills.
Schwächen: In Deutschland ist Anderson nur wenigen ein Begriff. Wer hier seinen MBA macht, denkt an eine berufliche Zukunft in den USA.
Für wen: Für jeden, der einen guten MBA im sonnigen Kalifornien machen und dort bleiben will. 
www.anderson.ucla.edu/
COLUMBIA (USA)Profil: Die Columbia Business School, Teil der New Yorker Columbia University, liegt nur wenige Minuten vom Finanzzentrum Wall Street entfernt. Der Standort zahlt sich aus: Viele MBA-Absolventen landen bei Firmen rund um die New Yorker Börse, viele Banker kommen zu Veranstaltungen an die Schule.
Stärken: Die Nähe zur Wall Street ist fraglos das größte Pfund, mit dem die Columbia Business School wuchern kann. Aber sie bietet noch mehr: In insgesamt 14 Dual-Degree-Programmen lässt sich neben dem MBA ein weiterer Abschluss erwerben, darunter Architektur, Ingenieurwissenschaften, Jura, Politik, Journalismus oder Zahnmedizin. Columbia gilt darüber hinaus als eine der herausragenden US-Business- Schools in "entrepreneurship". 
Schwächen: In einer Weltmetropole mit allen ihren Verlockungen und Abgründen zu studieren, ist nicht jedermanns Sache, zumal das MBA-Programm mit 500 Studenten pro Jahrgang nicht gerade intim ist. 
Für wen: Für alle, die mit einer beruflichen Zukunft in New York oder in der Finanzindustrie liebäugeln. 
www4.gsb.columbia.edu/
 

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