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Uni-Dschungel

Master: Hürden bei der Zulassung

S. Hergert, S. Mauer, C. Sonnet
Auf den Bachelor folgt der Master - oder nicht? Die Hürden bei der Zulassung sind hoch, die Hochschulen schrecken viele Studenten ab. Nicht nur, dass die Zulassungsregelungen an vielen Unis unterschiedlich sind, auch die Länge der Masterstudiengänge variiert.
Ausgewählte Masterstudiengänge: MaschinenbauFoto: © Junge Karriere
Der Protest hatte offenbar Erfolg: Als im Juni eine Viertelmillion Studenten auf die Straße gingen, mussten sie sich von Bildungsministerin Annette Schavan noch als "gestrig" abkanzeln lassen. Wenige Wochen später hatte sich die Ministerin wohl eines besseren belehren lassen. Weniger Stoff, dafür mehr Flexibilität - Schavan hatte nach Gesprächen die Probleme erkannt. Doch nicht nur für die Bedingungen im Bachelor streikten die Studenten, um den Master sorgen sie sich ebenso. Wenige Plätze nur für die Besten? Die Angst, leer auszugehen, treibt viele Bachelorstudenten um. Noch immer schießen neue Studiengänge aus dem Boden. Um sich im Master-Dschungel zurecht zu finden, bräuchten Studenten einen erfahrenen Führer, der Pfade ins Dickicht schlägt. Wo gelten welche Anforderungen? Wer kann sich wie spezialisieren?Für den Arbeitsmarkt qualifiziert

Die besten Jobs von allen

Die Orientierungslosigkeit ist groß. Die Masterfrage wird für die Bachelorabsolventen entscheidend, denn dieses Jahr verlässt zum ersten Mal eine nennenswerte Zahl von Studenten die deutschen Universitäten mit diesem Abschluss. Damit sollen sie qualifiziert sein für den Arbeitsmarkt - oder für ein weiterführendes Master-Studium. Drei von vier Studiengängen an deutschen Hochschulen sind heute schon Bachelor und Master. Das Stichwort bei den neuen Masterstudiengängen lautet "konsekutiv". So wird ein kombinierter Studienabschluss bezeichnet, der aus einem Bachelor und einem darauf aufbauenden Master besteht. Die Studenten können ihr Studium nach dem Bachelor nahtlos mit dem Master in derselben oder einer verwandten Fachrichtung fortsetzen. Und sich trotzdem noch einmal neu orientieren, die Hochschule, die Sprache oder den Schwerpunkt wechseln. Organisatorisch und rechtlich sind Bachelor und Master unterschiedliche Studiengänge.Die große Mehrheit der Masterstudiengänge ist konsekutiv aufgebaut, nur etwa zehn Prozent sind nicht-konsekutiv und bieten so die Möglichkeit, den zweiten Abschluss in einem völlig anderen Fach zu machen. In der Theorie ließen sich so zum Beispiel ingenieurwissenschaftliche Studiengänge mit BWL kombinieren, oder ein geisteswissenschaftlicher Master mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor. Doch die deutschen Hochschulen wollen das nicht so recht. Offenbar hängt man noch immer zu sehr an der Vorstellung, nur mit Bachelor und passendem Master hat man ein Fach wirklich studiert.Weiterbildende MasterEine große Chance der Bologna-Reform bleibt also bisher weitgehend ungenutzt. Die dritte Möglichkeit sind weiterbildende Master, die größtenteils berufsbegleitend angeboten werden und mindestens ein Jahr Berufserfahrung voraussetzen. Bekanntester Abschluss ist der Master of Business Administration (MBA), der im Durchschnitt zwei bis drei Jahre Berufserfahrung verlangt und Nicht-BWLern Managementwissen und Führungsverhalten beibringt. Im Gegensatz zum klassischen Master ist er kein theoretisches Studium, sondern eine praxisnahe Weiterbildung für angehende Manager. Wer den MBA in Vollzeit durchläuft, muss sich dafür in Europa meist ein Jahr aus dem Job ausklinken, in den USA sind zweijährige MBA-Programme Gang und gäbe. Wer neben dem Job paukt, braucht dafür zwei oder mehr Jahre. Doch auch bei den weiterbildenden Masterstudiengängen zeigen die Unis bisher wenig Interesse. Immerhin: An den FHs ist schon jeder fünfte Studiengang als weiterbildend konzipiert.
 

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