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Kennen und helfen im Job
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Alumni-Netzwerke

Man kennt sich, man hilft sich

Axel Gloger
Viel lernen und viele kennenlernen: Das Netzwerk macht den MBA an Top-Hochschulen so wertvoll.
Vergangenen Freitag war es wieder soweit: Der jährliche Gründerkongress "Idea Lab" der Wirtschaftshochschule WHU öffnete seine Pforten. Oliver Samwer hielt den Eröffnungsvortrag, das macht der bekannte Internet-Unternehmer gerne und regelmäßig, kehrt er doch mit seinen Auftritten an jene Wirtschaftshochschule zurück, an der er selbst studiert hat.

Hier knüpft er Beziehungen zu Gründern und — viel wichtiger noch — zu Studenten.

"Einen beachtlichen Teil des Teams von Rocket Internet rekrutierte er von dieser Hochschule", sagt einer, der mit Samwers Unternehmen vertraut ist.

Ungeschriebenes Gesetz

Auf diese Art Vitamin B setzt nicht nur Oliver Samwer. Beziehungen zu knüpfen ist elementarer Teil des Master of Business Administration (MBA) weltweit.

Die Erfahrungen aus dem Studium liefern dafür eine ideale Grundlage: Alle Absolventen einer Hochschule haben dieselben Hürden genommen, sprechen dieselbe Sprache und sind bereit sich gegenseitig zu helfen. Das "Wir kennen uns, wir helfen uns" gehört zu den ungeschriebenen Regeln, mit denen MBA-Absolventen ihr Studium beenden.

Prägendes Intensivstudium

Moritz Spilker nutzte das auf seine Weise. Als er ins Private-Equity-Geschäft einstieg, tat er sich mit einem Kommilitonen der französischen Wirtschaftshochschule Insead zusammen. Seine Firma Frowein & Spilker Business Development, gegründet im Jahr 2002, führt seither ein Insead-Duo: Spilker absolvierte dort 1986 seinen MBA, sein Partner Robert Frowein gehörte dem Jahrgang 1988 an.

Obwohl sich die beiden während ihres Studiums nie begegneten, konnten sie auf ein starkes, verbindendes Element setzen: Die zehn Monate Management-Intensivstudium prägen. Da ergäben sich schnell Anknüpfungspunkte, sagt Spilker.

Ein MBA bringt zwei Arten von immateriellem Ertrag: Mehr Wissen durch das Studium an sich und Beziehungskapital aus den Kontakten, die Studenten während des Studiums und danach knüpfen. Die Wirtschaftshochschulen tun viel, um genau das zu fördern.

 

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