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MBA

Lichtblicke schaffen

Stefani Hergert
Gutes tun und damit Geld verdienen ist ein Trend-Thema der Wirtschaft, das Business Schools und Absolventen herausfordert.
Herausforderungen für MBA-ProgrammeAndreas Haertle - Fotolia.com

Licht, sauberes Wasser und Netze, die Schutz vor den teuflischen Moskitos bieten: Millionen Inder in den ländlichen Gegenden haben das alles nicht. Rustam Sengupta will seine Landsleute damit versorgen. Dafür hat der Absolvent der französischen Schule Insead das Unternehmen Boond gegründet, das nur drei Grundprodukte – Solarlampe, Wasseraufbereiter und Moskitonetz – verkauft. Selbst sein Vertriebsweg ist eine Mission: Junge Menschen, die er zu Mikrounternehmern macht, verkaufen diese Waren.

Sengupta hat eine Lösung für ein gesellschaftliches Problem gefunden – und will damit Geld verdienen. Social Entrepreneurship nennt sich das. Das Gründen mit gesellschaftlichem Mehrwert, unabhängig von reinem Profitstreben, ist ein Trend und wird Teil von immer mehr MBA-Programmen. Doch das stellt Business Schools und Absolventen gleichermaßen vor Herausforderungen.

Die Disziplin ist so jung, dass es noch immer keine einheitliche Definition gibt. „Im Prinzip können Social Entrepreneure alle sein, deren Hauptgeschäftsziel nicht nur Gewinn ist“, sagt Pablo Martin de Holan, Professor für Unternehmensgründung an der spanischen IE Business School in Madrid. „Innovative Lösungen für soziale Probleme“, definiert Matthew Nash vom Center for the Advancement of Social Entrepreneurship (CASE) der amerikanischen Duke University den Anspruch an soziale Gründer. Und am französischen Insead, das 2006 eine Initiative dazu ins Leben gerufen hat, zielt man vor allem auf den sozialen Anspruch. „Ein soziales Unternehmen gewichtet dies immer höher als den Gewinn“, sagt Christine Driscoll vom Insead.

Eines haben diese Ansätze gemeinsam: Social Entrepreneurship muss nicht per se gemeinnützig oder ohne Gewinnorientierung sein, wie es zum Beispiel Muhammad Yunus verlangt. Der Gründer der Grameen-Bank, die Mikrokredite vergibt, erhielt 2006 für sein Engagement den Friedensnobelpreis. Fast alle Business Schools haben heute Wahlkurse, Vertiefungen oder Workshops und Projekte mit Sozialunternehmern im MBA-Programm.

Soziale Unternehmer

Denn auch soziale Gründer müssen wirtschaftlich tragfähige Konzepte entwickeln und Geldgeber überzeugen. Bei den in MBA-Klassen üblichen Fallstudien stehen die Business Schools aber erst am Anfang. „Es gibt erst einige Dutzend Fallstudien zu Social Entrepreneurship“, sagt Case-Geschäftsführer Nash. Vor allem aber fehlten solche, die auch das Scheitern sozialer Unternehmer beschreiben. „Einige Studien feiern die Gründer regelrecht“, sagt Nash. Das Problem: Lernen können Studenten aber am meisten von denjenigen, die gescheitert sind.

 

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