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Angst vor einem zu engen Berufsbild muss dabei niemand haben.
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Augen auf bei der Studienwahl

Keine Angst vor einem engen Berufsfeld

Annika Fröhlich, wiwo.de
Es muss nicht immer Informatik oder Maschinenbau sein. Diese alternativen Fächer bieten ebenfalls gute Perspektiven.
Wer sich für Technik interessiert, sollte Ingenieur werden, Computerbegabte studieren Informatik. Und wenn das alles nicht infrage kommt? BWL oder Jura sind nie verkehrt. Aber sind diese Studienfächer wirklich sinnvoller als andere? "Nicht zwangsläufig", sagt die Studien- und Berufsberaterin Karin Wilcke aus Düsseldorf. Die Wahl sollte vielmehr bei der eigenen Neigung beginnen.

Bei einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY unter rund 5000 Studenten gab die Mehrheit an, ihr Hauptfach nach persönlichem Interesse ausgewählt zu haben. Wilcke rät, trotzdem nie den Arbeitsmarkt aus dem Blick zu lassen. Doch selbst dann muss es kein Massenfach sein. Diese Alternativen haben am meisten Potenzial.

Viele denken bei Ingenieurstudiengängen nur an Maschinenbau und Elektrotechnik – und an Jobs in der Autoindustrie. "Aber es sind gerade die weniger bekannten Fächer, die später großen Erfolg versprechen", sagt Wilcke.

Lebensmitteltechniker: gefragt und selten

Besonders gefragt seien derzeit Absolventen der Lebensmitteltechnik, der Medizintechnik sowie aus Spezialbereichen im Bauingenieurwesen wie der Gebäudetechnik. So stellen zum Beispiel Food-Producer Lebensmittel heute fast ausschließlich industriell her. Die Branche braucht Spezialisten, die das entsprechende technische Know-how mitbringen. Absolventen der Lebensmitteltechnik bringen genau das mit – und sie sind selten. Insbesondere in NRW und Hessen bieten den Studiengang viele Hochschulen an.

Auch unterschätzt wird das Feld der Medizintechnik, mit Konzernen wie Fresenius Medical Care, Siemens Health Care oder Roche Diagnostics stehen viele Arbeitgeber bereit. Ebenfalls begehrt sind Pharmazeuten. Wer kein überragendes Abitur mitbringt, kann das Fach in Österreich studieren. Dort zählt nicht der Numerus clausus, sondern vor allem ein Aufnahmetest. Auch Chemie oder Physik sind als Grundlagenfächer in der Forschung ebenfalls gesucht. Dagegen warnt Expertin Wilcke vor der Biologie: "Für Absolventen gibt es im Moment nicht genügend Jobs."
 

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