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Kapitulation und der Schaden für die Absolventen
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Schluss mit MBA

Kapitulation im elitären Umfeld

Teil 3: Gescheiterte Existenzen


Noch schlechter erging es einem Projekt in Kiel. Die Murmann School of Global Management and Economics schaffte nie den Schritt von der Gründungs- in die Betriebsphase. Zwei Jahre arbeitete der Unternehmer und Namensgeber Klaus Murmann mit Verbündeten örtlicher Hochschulen an seinem Projekt. Dann verkündete der Ex-Arbeitgeberpräsident 2008 das Aus.

"Zu viel Konkurrenz. Keine Professoren gefunden", so lautete die Botschaft.

Ähnlich erging es der FAZ Business School. Sie wurde im Frühjahr letzten Jahres gegründet, ein Studienangebot kam jedoch trotz einiger Ankündigungen nicht zustande. Inzwischen versucht das Institut unter neuem Namen einen zweiten Anlauf.

Nur drei Studenten

Kläglich endete auch ein anderes Projekt im Norden. Die Hanseatic University wurde 2004 angegangen, etwas Geld war da. Die ersten Studenten kamen drei Jahre später, sogar eine staatliche Anerkennung hatte die Rostocker Managementhochschule.

Doch wie schwer es ist, gute zahlende Studenten zu bekommen, zeigt diese Zahl: Nur drei statt der angestrebten 70 jungen Menschen schrieben sich ein. Das ist bei bestem Willen zu wenig für einen seriösen Betrieb – Rostock schloss 2009.

Falsche Kalkulation

Zu Fall bringen kann eine Business-School, wenn sie ihre Preise falsch setzt. Wer versucht, einen Skoda so teuer wie einen Mercedes zu verkaufen, muss scheitern. So erging es dem Rostocker Geschäftsführer Knut Einfeldt. Er setzte die Gebühr für das Studium in Rostock auf 15.000 Euro pro Jahr hoch – sehr viel für eine unbekannte Hochschule auf dem MBA-Markt, die noch keine Fakultät aufgebaut hat.

Auch die Inhalte sind ein Erfolgsfaktor. Ohne hochwertige Lehre geht es nicht. "Die aber ist für ein Start-up schwer zu bekommen", beschreibt Ulrich Hommel, Forschungsdirektor beim europäischen Akkreditierer von Business-Schools, EFMD, die Hürde. Deshalb heuern neu gegründete Schulen gerne bewährte Koryphäen aus der MBA-Szene als Aufbauhelfer an, die in der Nähe des Rentenalters sind.

 

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