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Hochschulpolitik

Käufliche Wissenschaft

Konrad Fischer und Max Haerder | wiwo.de
Abkehr von Studiengebühren und Zweifel an der Exzellenzinitiative waren erst der Anfang: An immer mehr Stellen wird die Ökonomisierung des Hochschulwesens infrage gestellt.
Die Kölner Studenten haben ihr Feindbild gefunden. "Sie glauben also, dass die Krake Bayer sich hier quasi der Universität bemächtigt?", fragt der Verwaltungsrichter Hans-Martin Niemeier in breitestem Kölsch in den Raum und erntet dafür lautes Gejohle der anwesenden Asta-Vertreter.

Genau so sehen die Studentenvertreter es: Aus einer demokratischen Universität wird ein Forschungs- und Nachwuchszulieferer der Wirtschaft. 2008 hat die Kölner Universität mit dem Leverkusener Chemiekonzern Bayer eine Kooperation vereinbart, es ging um gemeinsame Forschung in sechs Fachbereichen, auch ein Graduiertenkolleg wurde geschaffen.

Wieviel Macht hat Bayer?

Doch ansonsten drang wenig nach außen über das Projekt. Wie mit Forschungsergebnissen umgegangen werden sollte, wie viel Geld die Universität überhaupt von Bayer erhält und welchen Einfluss der Konzern sonst so ausübt, wo Personalvorstand Richard Pott doch zugleich im Hochschulrat der Uni sitzt: Verschlusssache. Der damalige NRW-Forschungsminister Andreas Pinkwart (FDP) verriet nur so viel: Die Kooperation sei "das größte Drittmittelprojekt einer medizinischen Fakultät im Lande". Seitdem versucht die Initiative "Coordination gegen Bayer-Gefahren" (CBG) in Zusammenarbeit mit dem Asta mehr über die Kooperation zu erfahren.

Das Verwaltungsgericht haben die Studenten an diesem Tag erst mal enttäuscht verlassen, die Klage auf Offenlegung der Verträge wurde abgewiesen. Jetzt soll es die nächste Instanz richten. Dennoch ging es in dem Prozess in Köln um eine Frage, die an immer mehr Stellen das Hochschulwesen umtreibt: Haben wir es übertrieben mit der Wettbewerbsorientierung?

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