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Immer mehr Studenten ohne Abi
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Individueller Studieren

Immer mehr Studenten ohne Abi

Teil 2: Teilzeit-Studium für Eltern

Neben Menschen ohne Abitur drängen nach aktuellen CHE-Daten zunehmend "Teilzeit-Studenten" in die deutschen Hörsäle. Doch nur jeder zehnte Studiengang ist auch in Teilzeit studierbar – wer also, etwa aus familiären Gründen oder beruflichen Verpflichtungen, eine Alternative zum Vollzeit-Studium sucht, hat nur begrenzte Auswahl. Aktuell können bundesweit 10,6 Prozent aller Studiengänge in Teilzeit studiert werden, die insgesamt rund 170.000 Teilzeit-Studierenden zieht es vor allem an die privaten Hochschulen.

Im Saarland ist das Teilzeit-Angebot am größten

Die Angebote in den Bundesländern unterscheiden sich laut CHE-Analyse erheblich: Den höchsten Anteil an Teilzeit-Studiengängen im aktuellen Wintersemester 2015/16 gibt es im Saarland mit 64 Prozent. Dahinter liegen Hamburg mit 42,6 Prozent und Brandenburg, wo jeder dritte Studiengang in Teilzeit studiert werden kann. Neun Länder haben eine Quote unter 10 Prozent. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt, wo bei 0,9 Prozent Anteil nicht einmal jeder hundertste Studiengang eine Alternative zum Vollzeit-Studium darstellt.

CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Gruppe der Studierenden nicht nur größer wird, sondern auch heterogener. So anspruchsvoll es für die Hochschulen auch klingen mag: Studierende brauchen Angebote, die auf ihre individuelle Bildungsbiografie und Lebenssituation abgestimmt sind." Das könne ein zusätzliches Betreuungsangebot sein, "aber auch das Seminar nach 18 Uhr oder am Wochenende. Jedem das Passende, nicht allen das Gleiche sollte die Devise für die Hochschulen lauten", sagte Ziegele.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 16.03.2016
 

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