Moritz Kaufmann, 26, spielt Patient, damit Studenten lernen, eine Anamnese zu erstellen. Das heißt, die angehenden Mediziner müssen die Ursachen seiner vorgetäuschten Beschwerden erkennen. Sein schwierigste Rolle: Der Verursacher eines Autounfalls, bei dem ein Mensch ums Leben kam.
"Seit einigen Monaten arbeite ich an der Uni Tübingen als Simulationspatient. Da ich privat in einer Studententheatergruppe auftrete, fällt es mir leicht, in eine Rolle zu schlüpfen. Ich spiele vor etwa 15 Medizinstudenten und einem Dozenten einen exakt auswendig gelernten Fall. Den muss dann einer der Studierenden in der Anamneseerhebung richtig einschätzen und versorgen.Zunächst bereitet der Dozent die Studierenden theoretisch vor. Dann werde ich hereingerufen und muss als Patient Rede und Antwort stehen. Anschließend haben erst die Studierenden untereinander eine Feedbackrunde, dann sage ich, wie ich das Anamnesegespräch empfunden habe.Zu erleben, wie ich mich in eine Figur einfinden und sie glaubhaft spielen kann, bringt mir Spaß und Befriedigung. Meine derzeitige Patientenrolle ist allerdings eine ganz schöne Herausforderung: Meine Figur hat einen Autounfall verursacht, bei dem die Freundin ums Leben gekommen ist. Ein Jahr später leidet der Mann immer noch unter unerklärlichen Schmerzen im Bein, das eigentlich längst verheilt ist.Einerseits muss ich mich intensiv genug in die Rolle einfühlen, um den heftigen Fall realitätsnah spielen zu können. Andererseits muss ich die Grenze erkennen, ab der mir die Geschichte zu nah kommt. Bisher gelingt mir die Gratwanderung ganz gut. Zuletzt waren die meisten Simulationsrollen leider vergeben, demnächst werde ich aber auch andere Fälle spielen. Da mein Studium der Sozialpädagogik in der Endphase ist, kriege ich auch spontane Einsätze gut unter."Studi-Job: Klettern für die IndustrieStudi-Job: Experimente im Kindergarten-Labor
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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