Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
So finanziere ich mein Studium

"Ich arbeite im Schlaflabor der Charité"

Sara Kammler
Während andere schlafen, ist Christoph Schöbel, 26, hellwach. Der Medizinstudent verkabelt Probanden in einem Schlaflabor und kontrolliert deren Daten auf einem Monitor.
Christoph Schöbel verkabelt Probanden in einem SchlaflaborFoto: © Manuel Krug
"Ich habe einen Job, den nur Medizinstudenten machen können: Ich arbeite in einem Schlaflabor der Berliner Charité. Wir testen Medikamente daraufhin, ob sie den Schlaf der Probanden beeinflussen.Mein Job ist es, die Testpersonen zu verkabeln und zu überwachen. Ich nehme ihnen Blut ab, mache Alkoholtests und bei jeder Frau im entsprechenden Alter auch einen Schwangerschaftstest. Bei meiner Arbeit trage ich eine große Verantwortung. Aber bei den Probanden handelt es sich um gesunde Menschen, die bis auf Ein- und Durchschlafstörungen kerngesund sind.

Die besten Jobs von allen

Jeden Probanden schließe ich an rund 25 Kabel an, die Elektroden befestige ich mit Pflastern am Körper. Unter anderem werden EKG, EEG und ENG kontrolliert. Die Daten überwache ich an einem Monitor in einem Raum, der durch eine Glasscheibe mit dem Zimmer der Probanden verbunden ist. Zusätzlich werden die Testpersonen von einer Infrarotkamera gefilmt, deren Bilder ich ebenfalls auf einem Bildschirm sehe. Manchmal winken sie mir durch die Scheibe zu, wenn sie auf die Toilette müssen.Natürlich gibt es auch einen Klingelknopf. Die meisten Testpersonen sagen, dass sie bestimmt nicht schlafen werden, aber es klappt dann doch immer gut. Auf jeden Fall müssen sie acht Stunden durchschlafen. Bis zu sechs Probanden übernachten gleichzeitig im Schlaflabor, dann überwachen wir sie zu zweit. Es ist noch nie etwas passiert, aber für den Ernstfall gibt es Notrufnummern, ein Notfallteam und den Erste-Hilfe-Koffer.Ich mag meinen Job. Die Schichten dauern mit elf bis zwölf Stunden zwar sehr lange. Und ich muss natürlich die ganze Zeit wach bleiben und regelmäßig auf die Monitore gucken. Ich kann in der Zeit aber auch lernen - und einen Fernseher gibt es auch. Zwei bis drei Mal im Monat arbeite ich im Schlaflabor und verdiene zehn Euro in der Stunde. Ich mag die gute Atmosphäre, die unter den Ärzten, Studenten und Probanden herrscht. Viele der Probanden sind auch bekannte Gesichter für mich, da sie an Langzeitstudien teilnehmen."Studenten-Job: Pascal Reiger jobbt als Croupier (Seite 1)
Dieser Artikel ist erschienen am 01.02.2008
 

Fair Company | Initiative