Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Finanzierung

Geldgeber gesucht

Stefani Hergert
Spätestens mit der Zusage von einer Business School muss die Finanzierung des MBA stehen. Welche Quellen Studenten anzapfen können, erfahren Sie hier.
Wenn das Ersparte nicht reicht, hilft ein KreditFoto: © Karen Roach - Fotolia.com
Spätestens wenn die Zusage von der Business School im Briefkasten liegt, müssen sich Bewerber die Frage stellen: Woher das Geld für den MBA nehmen? Wer klug ist, macht sich schon in der Bewerbungsphase darüber Gedanken. Viele MBA-Studenten finanzieren die Weiterbildung mit einem Mix aus Erspartem, Kredit und (Teil)Stipendium.Denn meist haben nur erfahrene Führungskräfte in einem berufsbegleitenden Executive MBA das Glück, dass der Arbeitgeber Geld für den MBA locker macht. Doch im Zuge der Krise fahren immer mehr Unternehmen selbst das zurück. Während in früheren Jahrgängen noch etwa Dreiviertel der Executive-MBA–Studenten von der Firma unterstützt wurden, ist die Zahl auf 40 bis 50 Prozent gesunken, berichten einige Schulen. Der Anteil an Selbstzahlern steigt hier also auch.

Die besten Jobs von allen

Wenn das Ersparte nicht reicht und auch vom Arbeitgeber nichts zu erwarten ist, hilft ein Kredit. Doch für Bewerber an amerikanischen Schulen kam es im Herbst 2008 besonders hart. Fast alle wichtigen Banken hatten ihre Kreditprogramme für ausländische Studenten ohne Bürgen gestoppt. Die Top-Adressen wie Wharton, Chicago Booth, MIT Sloan, Darden oder Harvard haben neue Partner oder Kreditprogramme. Kürzlich kündigte auch die Tuck School neue Darlehen an.Anlaufstelle für Kredite sind meist die Banken im Heimatland der MBA-Studenten oder lokale Institute, mit denen Schulen zusammenarbeiten. Einheitlich ist die Situation nicht: Einige Schulen in Europa berichten, dass die Kreditvergabe strenger geworden ist, andere spüren das nicht.Wer in Deutschland den MBA machen will, kann bei großen deutschen Geschäftsbanken oder lokalen Instituten anklopfen, die Studienkredite anbieten. Geld kann man auch aus Bildungsfonds leihen. Beim Anbieter Career Concept sind es maximal 30 000 Euro, beim Festo Bildungsfonds für Ingenieure und Technikabsolventen bis zu 40 000 Euro. Nach dem MBA zahlt der Kreditnehmer über eine bestimmte Laufzeit einen festen Prozentsatz vom Bruttoeinkommen zurück, maximal bis zu einer vorher vereinbarten Summe.Ein Stipendium entlastet die KasseEine andere Basis für die Kreditvergabe haben sich drei Insead-Alumni einfallen lassen. Ihre Firma Prodigy Finance vergibt Kredite an MBA-Studenten, das Geld stammt von Alumni und den Schulen – bisher gibt es das aber nur für Studenten am Insead und an der Vlerick Leuven Gent School.Auch ein Stipendium entlastet die Kasse und muss zudem nicht zurückgezahlt werden. Wenn der Abschluss maximal drei Jahre zurückliegt und ein akkreditierter Vollzeit-MBA im Ausland die Wahl ist, kann man sich für ein DAAD-Jahresstipendium bewerben. Die Höhe hängt vom Land ab – in den USA sind es derzeit monatlich 975, in Spanien 750 Euro. Ein Teil der Studiengebühren wird auch übernommen, in den USA bis zu 15 400 Euro.Einen MBA an bestimmten amerikanischen Schulen vermmittelt und unterstützt die Fulbright Kommission. Ein Vollstipendium bringt bis zu 30 400 Dollar, bei Teilförderung sind es bis zu 21 500 Dollar. Ebenfalls für ein Aufbaustudium in den USA hat die Studienstiftung des deutschen Volkes das ERP-Stipendienprogramm. Wer ein Jahr studiert, kann bis zu 49 000 Dollar erhalten, bei zwei Jahren sind es bis zu 91 000 Dollar.Gemeinsam mit der Haniel-Stiftung vergibt sie jährlich zudem bis zu zwölf Stipendien weltweit für wirtschaftsbezogene Aufbaustudiengänge. Auch der Veranstalter von MBA-Messen QS lotet für Besucher Stipendien im Wert von aktuell mehr als 1,6 Millionen Dollar aus.Und schließlich halten auch die Business Schools eine Vielzahl von Stipendien bereit. Besonders junge und wenig bekannte Schulen unterstützen sehr viele ihrer Studenten. Jede Schule hat eigene Regelungen, es gibt Stipendien für Frauen, bestimmte Nationalitäten, besonders gute oder bedürftige Studenten. Auf den Internetseiten der Schulen sind diese meist aufgelistet.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.09.2009
 

Fair Company | Initiative