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Gebührenfalle Studium

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Manch ein Studienanwärter ist noch vor Studienbeginn finanziell am Limit. Grund dafür sind die Gebühren, die bei Mehrfachbewerbungen für Studienplätze anfallen können.
Wer sich fürs Studium einschreibt, muss oft blechenFoto: © Lisa Vanovitch - Fotolia.com
Mehrfachbewerbungen für Studienplätze können Bewerber teuer zu stehen kommen. Und manch einer ist schon bankrott, bevor er den ersten Hörsaal von innen gesehen hat: Schuld sind die unterschiedlich langen Auswahlverfahren der Hochschulen, die die Studienwilligen in die Bredouille bringen. Sollen sie bei der erstbesten Zusage gleich alle anderen Angebote in den Wind schlagen? Wohl kaum! Allerdings flattert sofort mit der Zusage für jeden einzelnen Studienplatz eine Zahlungsaufforderung für Studiengebühren und Sozialbeitrag ins Haus. Je nach Hochschule sind dann um die 650 Euro fällig.Auf karriere-Leser Wolfgang Villioth aus dem hessischen Ober-Mörlen können so leicht ein paar Tausend Euro an Forderungen zukommen. Weil seine Abi-Note "nicht ganz so berühmt" war, hat er sich nämlich sicherheitshalber gleich an 21 Fachhochschulen beworben. Auf jeden Fall will er zum Wintersemester einen BWL-Studienplatz bekommen. Und nicht nur irgendeinen.

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Unbefriedigende Lösung: Zahlungsfristen ausschöpfenEine erste Zusage hat Villioth bereits in der Tasche, jedoch ist die Hochschule nicht sein Favorit: "Ich werde mich jetzt wohl erst mal einschreiben und das Geld überweisen." Doch die anderen Auswahlverfahren ziehen sich bis in den September. "Wenn ich in der Zwischenzeit an nur fünf Hochschulen zunächst den Studienplatz annehme, muss ich bereits über 3.000 Euro vorstrecken."Zwar ist geregelt, dass Studenten das Geld wieder zurückbekommen, wenn sie das Studium dann doch nicht antreten - die Frage ist nur: Wann? Bis dahin muss Villioth an seine Ersparnisse ran. Wer die nicht hat, ist darauf angewiesen, dass die Oma einen Kredit gewährt. Oder muss eben doch das erstbeste Angebot annehmen. Eine andere Lösung hat auch Ruth Zimmermann, Leiterin des Studierendensekretariats der Uni Köln, nicht wirklich parat: "Ich kann in solchen Fällen nur empfehlen, die Zahlungsfristen voll auszuschöpfen und das Geld direkt zurückzufordern."
Dieser Artikel ist erschienen am 01.09.2007
 

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