Sportpsychologie

Fußball-WM: Beim Elfmeter sind Linksfüßer im Vorteil

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In einem aktuellen Laborexperiment konnten Hagemann und sein Mitarbeiter Florian Loffing zeigen, dass neben dem Anlaufwinkel auch das Schussbein eine Rolle spielt. Aufgrund der geringeren Häufigkeit von Linksfüßern ist es für die Torhüter ungewohnter, auf Schüsse von Linksschützen zu reagieren. Dadurch könnten die Torhüter die Schussrichtung von Linksschützen schlechter antizipieren.   Bekannt ist, dass viele Spieler den Ball "antäuschen" also beim Anlauf eine bestimmte Schussrichtung andeuten, dann aber im letzten Moment in eine andere Richtung schießen. Auch der Tormann kann sich mit Tricks einen Vorteil verschaffen, wie Hagemann betont. So haben Studien gezeigt, dass Elfmeterschützen sich davon beeinflussen lassen, wenn der Torwart nicht exakt in der Mitte der Torlinie steht, sondern ein wenig links oder rechts davon. Die meisten Spieler schossen daraufhin in die vom Tormann augenscheinlich weniger gut geschützte Hälfte des Tores. Nach Einschätzung des Kasseler Forschers kann der Torwart so gewissermaßen eine Ecke für den Schuss anbieten - und sich dann in diese Richtung werfen.Selbst Kleinigkeiten können über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. "Je länger der Schütze auf den Pfiff des Schiedsrichters warten muss, je mehr Zeit er also hat nachzudenken, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Spieler verschießt", erklärt Hagemann. Bewegt sich der Tormann betont lässig, kann er damit den Elfmeterschützen zusätzlich irritieren: "Die Selbstdarstellung in der Zweikampfsituation spielt eine Rolle."Nicht zuletzt braucht jeder Elfmeterschütze eine ausgefeilte Technik. Hohe Bälle sind für den Torhüter schwieriger zu halten als flache. Wer es sich also zutraut, sollte sich eine der oberen Ecken aussuchen, sagt der Sportpsychologe: "Für die Schützen ist es oft besser, sich früh zu entscheiden und platziert zu schießen."
Dieser Artikel ist erschienen am 07.07.2010

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