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Rolf Cremer
Foto: EBS
Neue Hiobsbotschaften von der EBS

Ende vor der Wende

Teil 3: Welche Zukunft hat das Zukunftsprogramm?

Die EBS auf solide Füße zu stellen ist allerdings mehr als eine Aufgabe für ein paar Monate. Denn ihr Problem liegt viel tiefer: Sie hat sich von einer Art Fachhochschule für Management zu einer forschungsorientierten Universität gewandelt.

Solch eine privat zu betreiben funktioniert allerdings nicht allein mit Studiengebühren, sondern nur mit einem starken Finanzier im Rücken wie etwa an der WHU – Otto Beisheim School, oder aber mit einem noch stärkeren Weiterbildungsgeschäft, wie es die Frankfurt School of Finance & Management vormacht.

Wer führt die EBS in die Zukunft?

"Die EBS hat kein richtiges Finanzierungsmodell", sagt der Chef einer anderen Hochschule. Die Weiterbildung – sie ist also auch finanziell so etwas wie die Achillesferse der Hochschule. 2011 hatte die EBS aus dem Bereich einen Gewinn im sechsstelligen Bereich erzielt, das reicht aber nicht, um eine Hochschule mit 40 Professoren zu finanzieren. Zwischen 2008 und 2011 stand im Schnitt jedes Jahr ein Minus von 1,4 Millionen Euro in der Bilanz. Auch 2013 wird es beim Minus bleiben, das Eigenkapital ist mehr als aufgezerrt, die Hochschule auf Zwischenfinanzierungen angewiesen.

Ein neues Team soll künftig mehr Spender und Sponsoren gewinnen. Cremer und der Kanzler der EBS, Georg Garlichs, hatten noch im Dezember ein Zukunftsprogramm für die kriselnde Hochschule vorgestellt. Ihr Ziel: Die Einnahmen aus der Weiterbildung, aus den Studiengebühren und aus Drittmitteln steigern und schon 2014 wieder schwarze Zahlen schreiben. Die Gebühren sollen in diesem Jahr um 15 Prozent angehoben werden. In der Branche wurde das Konzept eher skeptisch aufgenommen. Wer das Programm umsetzen wird, ist noch nicht klar. Cremer jedenfalls wird es nicht sein.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.02.2013
 

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