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Rolf Cremer
Foto: EBS
Neue Hiobsbotschaften von der EBS

Ende vor der Wende

Stefani Hergert
Der Zeitpunkt könnte kaum schlechter sein: Die in einen Untreue-Skandal verwickelte EBS Universität in Wiesbaden verliert ihren Chef – aus gesundheitlichen Gründen. Die Zukunft der Hochschule ist ungewisser denn je.
Abgang, der Zweite: Schon wieder verliert die angeschlagene Elite-Hochschule EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden ihren Chef. Dieses Mal aus gesundheitlichen Gründen. Auf Rat seiner Ärzte, schrieb Rolf Cremer in einer Mitteilung, werde er Ende Februar zurücktreten. "Ich hätte meinen Vertrag sehr gerne bis zum Ende der Laufzeit im Mai 2014 erfüllt, um den eingeleiteten Neuanfang zu verstetigen", heißt es darin. Und: "Meine Gesundheit sowie die Verantwortung gegenüber meiner Familie und der Universität machen diesen Schritt notwendig."

Das Ende vom Neuanfang?

Der Zeitpunkt könnte unglücklicher kaum sein. Cremer stand für einen Neuanfang an der früheren European Business School mit Hauptsitz im Rheingau, die durch den Aufbau einer Jurafakultät in Wiesbaden zur Universität avancierte. Ein Neuanfang der dringend notwendig scheint. Es gilt nicht nur, den ramponierten Ruf der Hochschule zu retten. Die EBS steckt tief in den roten Zahlen, das von Cremer angestoßene Wachstumsprogramm muss greifen.

Nur: Wer das vollbringen soll, ist völlig offen. Es geht um nicht weniger als die Existenz der 1971 gegründeten Hochschule. Die ist eng verbunden mit dem Namen von Cremers Vorgänger, Christopher Jahns, der die Hochschule bis 2011 geleitet hat – und nicht gerade rühmlich gegangen ist.

Ursprünglich sollte Cremer mit Jahns eine Doppelspitze bilden. Beschlossen wurde das, bevor die Staatsanwaltschaft Wiesbaden begann, gegen Jahns wegen des Verdachts der Untreue zu ermitteln. Nach ihren Ermittlungen glauben die Staatsanwälte heute, beweisen zu können, dass er Zahlungen in Höhe von 180.000 Euro an eine Schweizer Firma angewiesen habe, an der er beteiligt war, und dass diesen Rechnungen keine Leistungen gegenüberstanden. Das Landgericht Wiesbaden hat Ende Januar das Verfahren zugelassen, es beginnt im April. Schon allein deshalb wird die EBS auch weiterhin für Schlagzeilen sorgen.

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Foto: Gerd Altmann/Shapes:dezignus.com / pixelio.de

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