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Essec

Eliteschule positioniert sich neu

Stefani Hergert
Die Essec Business School möchte nicht nur expandieren, sondern sich gänzlich aufwerten. 150 Mio. Euro werden eingeplant, um bis 2015 das Standing der Eliteschule im internationalen Vergleich zu verbessen - eines der Ziele ist die Integration des MBA als Vollzeitstudium.
Die Essec möchte unter die Top 20 der WeltFoto: © Kaarsten - Fotolia.com
Pierre Tapie muss in den nächsten fünf Jahren viel reisen, reden, überzeugen. Schließlich will er insgesamt 150 Mio. Euro sammeln. Der Chef der französischen Essec Business School braucht das Geld für die Expansionspläne der Schule, die er nun vorstellte: "Bis 2015 wollen wir in den Club der besten 20 weltweit, unter die Top-5 in Europa und Top-10 in Asien." Das ist ambitioniert.Bisher war die Essec neben der HEC und dem Insead eine von drei französischen Business Schools, die in der Premiumliga spielen. Doch Essec ist bisher noch zu sehr dem französischen Hochschulsystem angeheftet und damit zurückgefallen. Denn Insead ist heute eine internationale, lediglich in Frankreich beheimatete Schule. Und die HEC in Paris - wie Essec eine der Grandes Écoles, jener Kaderschmieden in Frankreich ohne deren Abschluss man dort kaum Karriere macht - positioniert sich schon länger als internationale Schule. In die Richtung geht Essec nun auch.

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Auf dem zweiten Campus in Singapur, auf dem heute neun Professoren beschäftigt sind, sollen im Jahr 2015 etwa 30 bis 35 Professoren lehren und forschen. Forschungskooperationen in Asien sollen die Schule dort zudem voranbringen. Der Ausbau ist sinnvoll, doch zieht Essec damit nur nach. Andere internationale Business Schools haben ihre Expansion nach Asien schon viel früher in Angriff genommen.Neuer Vollzeit-MBA ab 2011Mit einem einjährigen, internationalen Vollzeit-MBA will Tapie auch beim Aushängeschild jeder Business School Neuland betreten. Denn bisher hat er kein generalistisches Vollzeit-Programm im Angebot, sondern zwei spezialisierte Programme für die Luxusbranche und den Tourismussektor. Doch damit tauchte die Schule bisher nicht in den international wichtigen Rankings auf - so fehlte ihr über die Grenzen Frankreichs hinaus die Sichtbarkeit. Der erste Jahrgang des neuen MBA soll im September 2011 das Studium beginnen.In wichtigen Ländern wie Indien, USA, China, Großbritannien und auch Deutschland will Tapie zudem mit sechs bis sieben Business School intensive Partnerschaften eingehen. "Wir wollen unseren Einfluss im Ausland stärken und gemeinsam forschen", sagt er. Wie genau das aussehen soll, ließ er allerdings offen. In Deutschland ist die Mannheim Business School, mit der Essec seit Jahren einen gemeinsamen Executive MBA für erfahrene Führungskräfte anbietet, der Partner der Wahl. ""Wir begrüßen diese neue strategische Ausrichtung der Essec in allen Punkten", sagt deren Chef Christian Homburg. Mit den bis zu sieben Schulen will Tapie auch neue Studiengänge mit Doppelabschluss kreieren.Und um den eigenen Markennamen zu stärken, verpasst sich die Schule ein neues Logo und benennt bestehende Programme um - französische Titel verschwinden.Lesen Sie weitere Neuigkeiten aus der "MBA-Welt":
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Dieser Artikel ist erschienen am 26.05.2010
 

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