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MBA

Eine Generation verändert den MBA

Stefani Hergert
Die Jungen von heute wollen nicht nur Geld verdienen, sondern auch die Welt verbessern. Das erwarten sie auch von den Hochschulen.

Foto: Peter Atkins/Fotolia.com

Neuer Wertekanon

Amicis X. Arvizu hat einen Lebenslauf, wie ihn sich die Business-Schools wünschen: Mehr als zehn Jahre im Bildungsbereich gearbeitet, auch gemeinnützige Organisationen als Arbeitgeber, im Erststudium Biologie in den USA studiert. Jetzt macht er den Master of Business Administration (MBA) an der deutschen HHL Leipzig Graduate School of Management.

Nach dem Abschluss will der 32-jährige Amerikaner in die Biotech-Branche gehen. Aber nicht zu irgendeinem Arbeitgeber. "Nur zu einem Unternehmen, dessen Kultur zu meinen Werten passt", sagt Arvizu. "Ich möchte nicht für ein Unternehmen arbeiten, dessen Geschäftsmodell auf genetisch veränderten Organismen basiert und dessen Geschäftspraktiken ich nicht mittragen kann."

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Arvizu ist Vertreter einer Generation, die die Wirtschaftshochschulen verändern wird. Generation Y haben Forscher sie getauft. Weil sie selbstverständlich das Lernen online und offline kombiniert, müssen das auch die Wirtschaftshochschulen. Weil sie selbstverständlich über soziale Netzwerke kommuniziert, sind auch die Hochschulen dort aktiv. Weil sie Frontalunterricht langweilt, müssen sich auch die Professoren davon verabschieden.

Ethik und Nachhaltigkeit

Der Business-School-Berater und MBA-Experte Matt Symonds geht noch einen Schritt weiter, wenn er sagt: "Die Generation Y kombiniert mit den neuen Technologien bedeutet für die Business-Schools, dass sie ihr Geschäftsmodell überdenken und erneuern müssen

"Natürlich ist das, was Forscher über die Generation Y sagen, stark verallgemeinernd. Natürlich ist auch diese Generation alles andere als homogen.

Dass sich in dieser Gruppe aber Gewichte verschieben, spüren auch die Verantwortlichen an den Business-Schools. Etwa, wenn ihre Statistiken ihnen zeigen, dass mehr ihrer Absolventen  wenn auch noch auf bescheidenem Niveau - soziale Unternehmen gründen. Etwa, wenn - noch im einstelligen Prozentbereich - mehr Studenten aus gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen in den MBA-Klassen sitzen. Etwa, wenn die Studenten die Projekte und Clubs stürmen, die sich mit nachhaltigem Wirtschaften beschäftigen.

Offener Weltblick

Das ist eines der Themen, das die Generation Y am stärksten einfordert. "Diese Generation ist damit aufgewachsen", sagt Symonds. "Aber sie haben das nie als isolierte Themen gesehen, sondern als ganz normaler Teil der Art und Weise, wie sie auf die Welt schauen."

MBA-Student Arvizu fasst es so zusammen: "Ich will eine Organisation oder ein Unternehmen voranbringen und gleichzeitig die Umwelt schützen."
 

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