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Kommen nach dem Tal des Elends nun bessere Zeiten für die EBS?
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EBS-Erbschaft

Durch das Tal des Elends

Teil 3: Wirtschaft in Erklärungsnot

Solche Programme wären auf einem Campus leichter umzusetzen. Bisher bildet die EBS in Oestrich-Winkel und in Wiesbaden aus.

Wolff: Wir sind eine kleine Universität, der ein gemeinsamer Campus natürlich helfen würde. Unter der alten Führung gab es den Plan, mit der Law School in Wiesbaden in das alte Gerichtsgebäude zu ziehen, von dem wir uns im Dezember verabschiedet haben. Das wirtschaftliche Risiko konnten wir nicht vertreten. Zwei Dinge sind nun möglich: Die EBS auf einem Campus in Oestrich-Winkel zu konzentrieren, wo sie ihre Wurzeln hat. Oder weiterhin zwei Standorte zu haben und entweder den jetzigen in Wiesbaden umzubauen oder in der Stadt einen neuen zu suchen.

Sie haben zum Amtsantritt gesagt, Sie hätten gerne zwei Monate Zeit, um einen Überblick zu bekommen, dann könne man über Strategien sprechen. 

Wolff: Die EBS hat in der Business-School schon immer Kinder aus Unternehmerfamilien ausgebildet. Wir haben Professoren, die, anders als ihre Kollegen an staatlichen Hochschulen, unternehmerisch denken und wir haben mehr als 200 Unternehmenspartnerschaften. Die müssen wir besser pflegen, und diese Partner müssen wir stärker in Lehre und Forschung einbinden.

Wie genau?

Wolff: Die Business-School soll eine "School for Business" werden. Für mich ist das kein Wortspiel. Wir können nicht alles machen. Forschung auf höchstem Niveau mit Veröffentlichungen in den besten Journals der Welt kann nicht unser Fokus sein.

So werden Sie nicht in den internationalen Rankings auftauchen.

Wolff: Das stimmt nicht. Da wollen wir schon hinein. Es wird an der EBS immer Professoren geben, die in den besten Journals publizieren.

Was bedeutet School for Business dann?

Raatzsch: Die Wirtschaft hat massive Erklärungsprobleme: starke Ungleichheiten global und in einzelnen Gesellschaften, Umwelt- und Nachhaltigkeitsprobleme, Artensterben, steigende Zahlen psychischer Erkrankungen, die geringe Zahl von Frauen in Führungspositionen und vieles anderes mehr. Das alles ist auch immer stärker für den Mittelstand interessant. Hier setzen wir in der Ausbildung an.
 

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