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Kommen nach dem Tal des Elends nun bessere Zeiten für die EBS?
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EBS-Erbschaft

Durch das Tal des Elends

Teil 2: Phönix-Pläne

Vor Weihnachten gab es Spekulationen um eine Planinsolvenz. Wie weit war die EBS davon entfernt?

Wolff: Ich habe nie auch nur eine Sekunde an eine Insolvenz gedacht. Wir sind durch das Tal des Elends gekrochen, ja. Wir haben Ende Dezember einen Finanzierungsplan verhandelt und den auch unterschrieben. Das hätten die Banken nie für drei Jahre gemacht, wenn eine Insolvenz gedroht hätte. Wer den Blödsinn über eine angebliche Planinsolvenz in die Welt gesetzt hat, wissen wir bis heute nicht.

Raatzsch: Wir hatten Probleme, aber es war relativ klar, dass wir das schaffen. Schließlich haben uns ja auch die Ehemaligen mit 1,1 Millionen Euro unterstützt.

Sie haben im Dezember den Wachstumsplan Ihres Vorgängers kassiert. Wie sieht Ihrer aus?

Wolff: Wir planen dieses Jahr noch mit einem Verlust von 500 000 Euro, nächstes Jahr rechnen wir mit einem Gewinn. Die Business-School erwirtschaftet schon ein Plus, die Law School...

... die juristische Fakultät in Wiesbaden ...

Wolff: ... ist immer noch im Aufbau, mit der können wir erst Geld verdienen, wenn die ersten Absolventen das Staatsexamen abgelegt haben und wir schwarz auf weiß sehen, ob wir mit der Hamburger Bucerius Law School mithalten können. Und das ohne reichen Mäzen und ohne, dass wir heute noch eine große staatliche Unterstützung bekommen.

Ist das nicht das Grundproblem der EBS? Eine forschungsorientierte Hochschule lässt sich allein so gut wie nicht finanzieren.

Wolff: Natürlich würden wir gerne einen Mäzen finden, der 100 Millionen Euro auf den Tisch legt. Es geht aber auch ohne. Die EBS soll eine der fünf besten Business-Schools in Deutschland werden. Dafür müssen wir das Fundraising systematischer angehen.

Raatzsch: Wir haben doch in 40 Jahren gezeigt, dass es auch ohne Mäzen geht!

Wolff: Die Synergien aus Law School und Business-School nutzen wir bisher ja noch kaum. Da gibt es auch internationale Vorbilder, die etwa Masterprogramme als Mischung aus Jura und Wirtschaft aufgelegt haben.
 

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