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Uni-Städte

Dortmund: In der Heimat von Bier und Kohle

S. Schulte
Die Ruhrgebietsmetropole zählt zu der Sorte Uni-Städte, für die sich emotionale Gründe nur schwer finden lassen. Dafür aber spielen die Dortmunder Hochschulen in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern auf höchstem Niveau.
Dortmund: Industrie und Kultur in einer Stadt vereintFoto: © PR
Der Abiturient aus Berlin, der sich in Dortmund einschrieb, um "seiner" schwarz-gelben Borussia-Elf näher zu sein, ist schon fast Legende. Die Ruhrgebietsmetropole zählt zu der Sorte Uni-Städte, für die sich emotionale Gründe nur schwer finden lassen. Das kuschlige Flair klassischer Uni-Orte mit Kopfsteinpflaster und uriger Kneipenmeile sucht man zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Westfalenhütte vergeblich.Noch immer kämpft die 600 000-Einwohner-Stadt mit dem Strukturwandel und seinen Hinterlassenschaften: Stillgelegte Bergwerke, Stahlhütten und Brauereien, unzählige graue Verkehrsadern und 60er-Jahre-Betonburgen, die auch den Uni-Campus prägen. Erst seit den letzten Jahren gelingt der einstigen Bier- und Stahlmetropole die Metamorphose zum Technologiestandort mit IT-Unternehmen und Forschungszentren.

Die besten Jobs von allen

Während die übrigen Fachbereiche von ihrem Ruf her eher im Mittelfeld angesiedelt sind, spielen die Dortmunder Hochschulen in den technisch-naturwissenschaftlichen Fächern in der ersten Liga. Diplom-Ingenieur kann man nicht nur in den klassischen Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und Bauingenieurwesen werden, sondern auch in Chemietechnik und Raumplanung.Die in Dortmund angesiedelte bundesweite Zentralstelle zur Vergabe von Studienplätzen (ZVS) trägt weiter dazu bei, dass dem Campus der Studenten-Nachschub nicht ausgeht: Vor allem unter den rund 10 000 angehenden Lehrern haben viele den Weg an die Ruhr dank der ZVS gefunden, die in Nordrhein-Westfalen die Lehramtsplätze für Primarstufe, Biologie und Sonderpädagogik zentral verteilt.Wer sich als Auswärtiger nach Dortmund wagt, wird mit guten Chancen auf dem Wohnungsmarkt belohnt: Die neuen Studentenwohnheime bieten preisgünstige WG-Zimmer inklusive Internet-Standleitung in unmittelbarer Nähe von Uni und Fachhochschule. Sie haben den Vorteil, dass man am Puls des studentischen Lebens ist.Gründerzeitlich wohnen und feiernWer Kontrastprogramm zum Hochschulleben sucht, findet in der Innenstadt günstigen Wohnraum. Beliebt bei Studenten ist die Nordstadt, der Innenstadt-Bereich nördlich des Hauptbahnhofes. Hier gibt es - anders als in anderen, zumeist 60er-Jahre-geprägten Stadtvierteln - noch viele alte Gründerzeithäuser mit bunten Fassaden, hohen Decken und verwinkelten Hinterhoflandschaften. Von den Bewohnern anderer Stadtteile wird das ehemalige Arbeiterviertel als “sozialer Brennpunkt” zwar eher misstrauisch beäugt, aber günstige Mietpreise machen den oft etwas verwahrlosten Zustand der Häuser wett. Außerdem punktet die Nordstadt bei Studis mit Dönerbuden und Pizzerien an jeder Straßenecke und der wohl einzigen wirklich alternativen Kneipenszene Dortmunds (z.B. Subrosa, Gneisenaustr. 56, Lenz, Schützenstr. 22). Wer es gediegener mag und ein paar Euro mehr übrig hat, zieht ins Kreuzviertel in der südlichen Innenstadt, das sich ebenfalls durch schöne alte Straßenzüge und eine hippe Einwohnerschaft auszeichnet.
 

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