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Ranglisten

Die Tücken der MBA-Rankings

Stefani Hergert
Will eine Schule einen Platz in den großen MBA-Rankings ergattern, muss sie eine Menge Hürden überwinden. Gerade für kleinere und neuere Angebote ist das oft unmöglich - auch wenn die Qualität stimmt. Rankings sind gut für eine erste Orientierung. Zu wichtig nehmen sollte man sie aber nicht.
Nicht alle Rankings sind aussagekräftigFoto: © gradt - Fotolia.com
Zu klein, zu neu, zu wenig Akkreditierungen. Warum sich in den weltweit einflussreichen MBA-Rankings wie dem der Financial Times (FT), der Business Week oder des Economist so gut wie keine deutschen Schulen finden, liegt nicht nur an der Qualität der Programme hierzulande. Selbst wer einen gewissen Ruf, internationale Studenten und Professoren und eines der international anerkannten Gütesiegel hat, bleibt außen vor. Denn die Rankings haben ihre eigenen Regeln. Und die sollten MBA-Bewerber kennen.Die Rankings sind für die Schulen enorm wichtig, der Job einiger Deans soll gar am Abschneiden ihrer Schule hängen. Eine gute Platzierung macht die Schule international sichtbar, lockt Top-Bewerber an, die nach dem MBA höhere Gehälter erzielen. Das wiederum bringt die Schule im Ranking nach oben. Um in die Rangliste der Financial Times, der wohl wichtigsten in Europa, aufgenommen zu werden, sollte eine Schule die Akkreditierung einer der Organisationen AACSB, AMBA oder EFMD (Equis) vorweisen.

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Viele deutsche Anbieter kickt schon diese Hürde raus. Über drei Jahre sollten mindestens 30 MBA-Absolventen das Vollzeitprogramm der Schule beendet haben. Das schaffen meist nicht einmal die wirklich guten Schulen hierzulande. Das Programm sollte zudem schon fünf Jahre auf dem Markt sein. Die Akkreditierung ist auch beim sehr auf die USA zugeschnittenen Ranking der Business Week Pflicht. Die weiteren Hürden sind mehr als vage, die Aufnahme Einzelfallentscheidung: Testergebnisse, Alter des Programms, die Zahl der internationalen Studenten und derer, die einer Minderheit angehören, sowie die Frage, wie Bewerber ausgewählt werden, spielen eine Rolle.Der Economist - genauer gesagt die Economist Intelligence Unit - verlangt von den Schulen, dass ihr MBA zumindest zwei Abschlussklassen hervorgebracht hat und mindestens zur Hälfte auf Englisch unterrichtet wird. Angesichts eines Trends, nach dem deutsche MBA-Anbieter immer mehr Programme mit Unterrichtssprache Deutsch auf den Markt bringen, ist auch das ein K.o.-Kriterium. Akkreditierung und Berufserfahrung der Teilnehmer kommen hinzu.
 

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