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MBA-Studium

Die Namensspiele der Anbieter

Stefani Hergert
Business School und School of Management - zwei Namen für ein und dasselbe. Oder doch nicht? Woher die Bezeichnungen stammen und wo die Unterschiede liegen.
Neubau-Entwurf der Yale School of ManagementFoto: © Foster+Partners
Business School oder School of Management – wer sich für einen MBA interessiert, trifft auf Hochschulen, die sich auf den ersten Blick kaum unterscheiden, aber unterschiedlich heißen. Und auf den zweiten Blick: Ist Business und Management wirklich das Gleiche?Selbst die besten Schulen der Welt haben keinen einheitlichen Namen: Während Harvard, Columbia, Chicago Booth, London oder die spanischen IE und Iese das Business im Namen tragen, haben sich Thunderbird, MIT Sloan, Yale oder Rotterdam für das Management entschieden. In Deutschland ist das Bild ähnlich.

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Die unterschiedlichen Namen, die vor allem manche Schulchefs bemüht akzentuiert herausarbeiten, sind für MBA-Studenten eher unwichtig. Für den Karriere-Erfolg ist es gleich, ob Business School oder School of Management. Das Renommee zählt. Auch wenn sich manche Schulchefs das ein oder andere Unterscheidungsgefecht liefern.Die vermeintlichen ArgumenteDer Chef der Thunderbird School of Global Management, Angel Cabrera, etwa sagt: „Der Unterschied zwischen Business School und School of Management ist subtil, aber wichtig.“ Erstere definiere sich damit, dass sie alle Aspekte des Wirtschaftens abdecke, vor allem in gewinnorientierten Firmen. Die Management-Schule setze aber auf Wissen, Fähigkeiten und Werte, die für eine erfolgreiche Unternehmensführung sinnvoll seien. Und das ziehe auch Studenten aus gemeinnützigen Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen an.Business Schools seien grundsätzlich thematisch breiter aufgestellt und leisten auch Grundlagenforschung, heißt es zum Beispiel an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, die auch eine Business School unterhält. Während sich eine School of Management klar auf Managementfähigkeiten fokussiere, reiche das inhaltliche Spektrum der Business School bis in die VWL hinein.Doch von solch einer Unterscheidung wollen viele Schulchefs nichts wissen. Für sie gibt es schlicht keinen Unterschied. Auch Cabrera gibt zu, dass die Abweichung in den Lehrplänen marginal sei.Warum dann überhaupt die unterschiedlichen Namen? Letztlich sind viele Schulen in den USA, Großbritannien und einigen europäischen Ländern nichts anderes als die Wirtschaftsfakultäten der Universitäten. Einige reine Weiterbildungsanbieter wie das IMD in Lausanne oder Insead in der Nähe von Paris kommen hinzu. Ob sie nun Business School oder School of Management heißen, scheint vor allem eine Frage des Alters zu sein.„Management als Theorie ist noch recht jung und wird in akademischen Kreisen immer noch kontrovers diskutiert“, sagt Franz Heukamp, Professor an der spanischen Iese. Mitte der 1960er, Anfang der 1970er-Jahre kamen viele der wichtigsten Beiträge zur Debatte überhaupt erst auf. Und die Business Schools, vor allem in den USA, sind wesentlich älter. Als sie gegründet wurden, wollte man es den Juristen oder Medizinern gleichtun. Und die betrieben damals schon „Law Schools“ oder „Medical Schools“. Also lag es nahe, die BWL in einer Business School zu bündeln. Management ist also nur ein recht neuer Name – man könnte fast sagen, eine Modeerscheinung.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.10.2010
 

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