Exzellenzinitiative
Die elf deutschen Spitzen-Unis stehen fest
Max Haerder, Konrad Daubek | wiwo.de
Jetzt ist es endgültig: Elf deutsche Universitäten dürfen das Prädikat "Exzellenzuniversität" tragen. Der Wettbewerb um Forschungs-Milliarden hat das deutsche Wissenschaftssystem in Wallung versetzt. In Zukunft muss es darum gehen, die Stärken jenseits der Spitzenforschung zu erhalten.

Foto: Rolf-Handke/ Pixelio.de
Nach dem Ampel-Prinzip
Der Jubel in Berlin oder in Dresden, die Niedergeschlagenheit in Freiburg oder Karlsruhe, sie sind nicht zu hören im Bonner Wissenschaftszentrum, als Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) um kurz nach halb vier, mit mehr als 30 Minuten Verspätung, die Sieger verliest.
Am Ende wurden sie also noch einmal ziemlich auf die Folter gespannt, dann erst stand das Urteil über die Arbeit mehrerer Monate, hunderter Professoren, dutzender Anträge, Visionen und Konzepte fest: elf Universitäten dürfen sich bis 2017 mit dem Prädikat "Exzellenzuniversität" schmücken.
Wochenlang hatte ein Experten-Gremium aus Wissenschaftlern und Politikern die Anträge der Hochschulen geprüft und nach einem Ampel-Prinzip bewertet. Bewerbungen von Unis, die auf jeden Fall Geld erhalten sollten, wurden grün markiert. Rote Bewerbungen flogen sofort raus.
Ärger nach der ersten Entscheidungsrunde
Über gelb markierte Bewerbungen wurde bis zur kurz vor der Verkündung am Freitag verhandelt. Eine heikle Angelegenheit, die politischen Zündstoff bietet, auch wenn offiziell nur nach wissenschaftlichen Kriterien entschieden wird.
Bei der ersten Entscheidungsrunde der Exzellenzinitiative im Jahr 2006 waren nur zwei Münchener und eine Karlsruher Uni mit dem Elite-Prädikat ausgezeichnet worden. Die Enttäuschung der anderen Bewerber war groß, sie warfen der Jury vor, bestimmte Unis zu bevorzugen. Einige Bundesländer drohten sogar, das ganze Projekt platzen zu lassen.