European Business School
Die EBS hat an Reputation eingebüßt
Christian Schlesiger, wiwo.de
Die European Business School gilt als ehrgeiziger Gegenentwurf zur staatlichen Massenuniversität. Doch die Inhalte, die sie lehrt, scheint sie selbst nicht zu kapieren. Deshalb muss die EBS nun fast eine Million Euro zurückzahlen.

Foto: European Business School (EBS)
Kratzer am Image
Das Profil, das sich die European Businss School (EBS) in Oestrich-Winkel auf ihren Internetseiten gibt, ist selbstbewusst. „Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht bildet die international orientierte Wissens- und Verantwortungselite der Zukunft aus“, heißt es in der Selbstdarstellung. „Wir stehen für Verantwortung, Netzwerk, Internationalität und Exzellenz“. Für ein G-8 Land hätte Deutschland „in der internationalen Spitzenbildung in Wirtschaftsthemen bisher so gut wie keine Bedeutung“, heißt es weiter. „Genau in diese Marktlücke stoßen wir vor."
Doch die unsachgemäße Verwendung von Steuermitteln kratzt nun am Image der Eliteuni. Ob die EBS dabei bewusst getäuscht hat oder mit den eigenen Ansprüchen einfach überfordert ist, lässt sich noch nicht vollständig klären. Fakt ist aber, dass sie die Wirtschaftsthemen, die sie lehrt, selbst nicht beherzigt. Zumindest im Grundkurs Buchführung gibt es Nachholbedarf.
Das geht aus einem Prüfbericht des hessischen Wissenschaftsministeriums hervor. Eine Excel-Tabelle mit fehlerhaften Buchungen ist Teil des Berichts und liegt der WirtschaftsWoche vor. In 56 Positionen listet die Excel-Tabelle Fehlbuchungen für das Jahr 2009 auf. 2010 beinhaltet weitere 13 buchhalterische Irrläufer. Und das Geld, das in den falschen Kanälen gelandet ist, hat sich das Land Hessen nun zurück geholt. 950.000 Euro hat die EBS bereits zurückgezahlt, weil es nicht wie geplant dazu eingesetzt wurde, die juristische Fakultät aufzubauen.
Pamphlet des eigenen Unvermögens
Die Liste liest sich wie ein Pamphlet des eigenen Unvermögens. So setzte die EBS beispielsweise Shanghai-Flüge in Höhe von 10.077,31 Euro an, die bei einem Treffen mit einer Beratung angefallen sind. Doch für die Kosten der "Inlandsflüge First Class" würden schlichtweg "Belege fehlen".
Bei "Spesen Januar 2009" gab es Unklarheiten bezüglich des "Projektzusammenhangs". 3.143,97 Euro sollten daher zurück gezahlt werden, denn die Buchung sei "periodenfremd", es handelte sich um "Kosten aus 2008". Bei diversen Bürokosten wie "Windows, Server, Kopien" wurde offenbar zu viel angesetzt. Eine "teilweise Kürzung" der erfolgten Zuwendungen sei erforderlich. Das Ministerium forderte 11.412,01 Euro allein bei diesem Posten zurück.