Auslandssemester

Deutsche Studenten zieht es in die Welt

Stefani Hergert, Carola Sonnet
Für Dorothea Rüland, die das Center for International Cooperation der FU leitet, ist die Aufgabe der Büros klar. " Sie sollen nach außen präsentieren, was sich an der FU tut, und nach Berlin zurückspielen, was es im Ausland gibt." Die FU wolle sich mit den besten Unis der Welt vernetzen, global sichtbar werden, Studenten und Doktoranden austauschen und in der Forschung ganz oben mitspielen.Und schließlich brauche man in Zukunft gute Studenten aus dem Ausland, denn die demografische Entwicklung spiele den Hochschulen in Deutschland ja nicht in die Hände. Und was bringt es den Studenten in Berlin? "Wir wollen ihnen ein möglichst internationales Umfeld bieten", sagt Rüland. Auch wenn manche noch über englischsprachige Seminare schimpfen.Für Ulrich Grothus, den stellvertretenden Generalsekretär des DAAD, der selbst lange die Außenstelle in New York geleitet hat, geht es vor allem in Nordamerika zunächst um die Pflege der Kontakte zu den Hochschulen. Schließlich haben deutsche Hochschulen Forschungs- und Studienaustauschprogramme, die Partnerschulen erlassen den deutschen Studenten meist die Studiengebühren. Die Ansprechpartner sollen aber auch die Alumni bei Laune halten."In der Hoffnung, dass da einmal mehr als warme Worte herausspringen", sagt Grothus.In Asien und Osteuropa steht die Rekrutierung im Vordergrund, hier will man für Master- und Doktorandenprogramme in Deutschland die besten Studenten werben, vor allem für die technischen und naturwissenschaftlichen Studiengänge. Daneben erfahren die Vertreter im Ausland direkt, welche Programme und Ideen ankommen und welche nicht. "Es ist doch wichtig, dass den deutschen Hochschulen auch mal jemand sagt: So machen wir das hier aber nicht", sagt Grothus.

Diskutieren Sie mit uns im Forum zum Thema Auslandsaufenthalt!Aufbau neuer Partner-Hochschulen im AuslandInternationalisierung bedeutet für viele Hochschulen auch, gemeinsame Studiengänge mit Partnern im Ausland aufzusetzen und dafür teilweise Doppelabschlüsse zu vergeben. Da zieht die FH Lübeck einen Studiengang mit einer chinesischen Hochschule hoch oder stellt die Uni Freiburg mit einer Hochschule im argentinischen Buenos Aires ein internationales Masterprogramm in Biomedical Sciences auf die Beine. Teil vieler Programme ist, dass die Studenten auch nach Deutschland kommen.Wer eine Hochschule im Ausland aufbaut, kann in der Anfangsphase vom DAAD rund eine Million Euro Fördermittel pro Jahr bekommen. Bei der geplanten Deutsch-Türkischen Uni, die von mehr als 20 deutschen Hochschulen unterstützt wird, rechnet der DAAD mit drei bis vier Millionen Euro jährlich; die türkische Seite muss wesentlich mehr zahlen. Ziel bei jedem Projekt ist es, dass es sich einmal selbst trägt. Das geht nur über Studiengebühren, die für deutsche Verhältnisse zwar hoch, für das jeweilige Land aber meist allenfalls Durchschnitt sind.Die TU in München, an der inzwischen rund 20 Prozent Ausländer studieren, wirbt Studierende mit einem Büro in Peking und will das Zentrum in Singapur auch dafür nutzen. Wenn deutsche Studenten in den Stadtstaat kommen, sollen sie die Infrastruktur nutzen können. Und schließlich will Herrmann den Standort auch zu einer Plattform für die Wirtschaft entwickeln. Deren Wunsch, die TU möge doch in Südostasien den Nachwuchs ausbilden, mündete überhaupt erst in die Gründungsidee.Vor kurzem hat die TU verkündet, dass sie mit einer Partner-Universität in Singapur ein gemeinsames Doktoranden-Programm (PhD) auflegt. Die Uni hofft auf wissenschaftliche Durchbrüche der Doktoranden, die eine Hälfte der Promotionszeit in München, die andere in Singapur verbringen.Lesen Sie weitere Artikel zum Thema "Studieren im Ausland":Gute Ausbildung: Studieren in BrasilienVernetzung: So studiert die WeltStipendium: Ein Hauch von IndienAuslandspraxis: Fortbildung im Ausland

Dieser Artikel ist erschienen am 01.03.2010

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