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Auslandssemester

Deutsche Studenten zieht es in die Welt

Stefani Hergert, Carola Sonnet
Immer mehr deutsche Hochschulen vernetzen sich weltweit. Vor allem die großen Universitäten zieht es ins Ausland. Sie bauen Partner-Universitäten auf und unterstützen den Austausch zwischen deutschen und internationalen Studenten.
Das Ausland lockt die deutschen HochschulenFoto: © Sean Prior - Fotolia.com
Wenn es in Deutschland so etwas wie eine Zentrale für die Internationalisierung der deutschen Hochschulen gibt, dann hier: Bonn, Kennedyallee 50. In einem langgezogenen grauen Bürobau hat der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) seinen Hauptsitz und auch Gate-Germany, das Konsortium Internationales Hochschulmarketing.Seit 2001 gibt es Gate, angedockt an den DAAD und mitinitiiert von der Hochschulrektorenkonferenz. Das Geld kommt aus Berlin. 1,5 Millionen Euro jährlich macht Bundesbildungsministerin Annette Schavan für die Auslandsarbeit locker - die verschiedenen Förderprogramme noch nicht eingerechnet.

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Das Ausland lockt nicht nur die deutschen Hochschulen. Laut einer Studie des Hochschulinformationssystems ist auch die Zahl der Studierenden, die ein Semester im Ausland verbrachten, von 2007 bis 2009 von 23 auf 26 Prozent gestiegen. Verantwortlich dafür waren aber hauptsächlich die mobilen Studenten der alten Studiengänge.Seit der Bologna-Reform ist es schwieriger geworden, einen Auslandsaufenthalt einzulegen, denn die Stundenpläne sind straff durchorganisiert und einige Module können nur einmal im Jahr belegt werden. Gingen früher viele Studenten vor ihrem ersten Abschluss ins Ausland, verlagert sich der Zeitpunkt heute eher nach hinten, in die Masterstudiengänge.Elite-Unis drängen ins AuslandSie alle haben den Vorteil, dass sich die deutschen Hochschulen weltweit stärker vernetzen. DAAD und Gate-Germany bringen es inzwischen auf 17 Außenstellen und 49 Informationszentren auf der ganzen Welt, die sind das ganze Jahr über aktiv.  Die Außenstellen helfen bei der Organisation von Messen und erstellen auch schon mal umfangreiche Länderstudien und Berichte für einzelne Hochschulen.Die mehr als 120 Hochschulen, die bei Gate Mitglied sind und die jährliche Gebühr von 1200 bis 3000 Euro zahlen, bekommen all die Dienstleistungen zum Schnäppchenpreis. Für die Marktstudie eines Landes hat eine Mitgliedshochschule einen niedrigen vierstelligen Betrag gezahlt, eine Messeteilnahme mit eigenem Stand kostet zwischen 250 und 2500 Euro. Flug und Unterkunft für ihre Mitarbeiter zahlen die Universitäten und Fachhochschulen selbst.Es sind vor allem die sogenannten Elite-Unis, die ins Ausland drängen, die Freie Universität Berlin, die Technische Universität München und die RWTH Aachen zum Beispiel. An die ganz großen Projekte wagen sich fast nur die großen Universitäten. Die German University in Kairo wurde von den Unis Ulm und Stuttgart mit aufgebaut, die Gutech in Oman entstand mit der Expertise der RWTH Aachen. Finanziert von einem omanischen Investor und vom DAAD gefördert.Ein Vorreiter in dieser Entwicklung ist die FU Berlin. "Internationale Netzwerkuniversität" steht über dem Zukunftskonzept der Hochschule, sie unterhält Büros in Peking, Moskau, Brüssel, in Brasilien und Indien und bald auch in Kairo. In New York teilt sie sich eines mit der LMU München. Bis 2012 wird das aus Mitteln der Exzellenzinitiative finanziert.
 

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