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MBA-Kosten

Der wahre Preisvergleich: Wo sich das MBA-Studium lohnt

Axel Gloger
Die Gebühren allein zählen nicht. Bewerber müssen alle Kosten einbeziehen.

Harvard ist der "Inbegriff" der Managerausbildung weltweit.   Foto: jStock/Fotolia.com

Mehrkosten durch Währungsprobleme

So richtig glücklich ist mancher deutsche Student in den USA derzeit nicht. Der steigende Dollar-Kurs macht die Finanzplanung zunichte: Wer 2000 Dollar monatlich zum Leben in einer amerikanischen Großstadt braucht, muss heute 250 Euro mehr umtauschen als noch vor einem Jahr. Für ein Studienjahr sind das 3 000 Euro Mehrkosten  - und das ist nicht nichts.

Das Beispiel zeigt: Wer beim Master of Business Administration (MBA) zwischen Europa und den USA abwägt, muss weitaus mehr kalkulieren als die Studiengebühren. Das Managementstudium ist schließlich eine teils sechsstellige Investition, die sich rechnen soll.

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Ein wichtiger Punkt ist die Studiendauer. In Europa dominiert das einjährige Modell, an den amerikanischen Schulen dagegen das zweijährige. Der zeitliche Vorteil macht sich auch bei den Studiengebühren bemerkbar - wie bei der Bahn ist das schnellere Produkt auch das teurere

Miete und Lebenshaltungskosten schlagen zu Buche

An der London Business-School zahlt der Student für das Studium im ICE-Tempo 73.000 Euro, an der amerikanischen Stanford University sind es nur 47.000 Euro je Studienjahr. Allerdings fällt hier diese Gebühr auch im zweiten Jahr noch einmal an, sodass die europäische Alternative insgesamt günstiger ist. 

Doch nicht nur die Studiengebühren, sondern auch die Lebenshaltungskosten beeinflussen die MBA-Rechnung. In Vollkosten je Monat gerechnet, sind die europäischen Schulen die teuersten. Wegen des teuren Schweizer Frankens etwa schlägt das Studium am IMD in Lausanne besonders heftig zu Buche — hier fallen 9000 Euro je Monat an. In London schwächen hohe Studiengebühren, Lebenshaltungskosten und Mieten ebenfalls das Budget — wer hier 15 Monate studiert, kommt auf 7300 Euro je Monat

Nicht der "Listenpreis" entscheidet

An den Top-Schulen der USA ist die Last pro Monat deutlich niedriger. Wharton, Stanford und Harvard kommen auf rund 6000 Euro. Business-Schools mit niedrigeren Ranking-Platzierungen sind meist noch günstiger. "An den US-Schulen sollte man aber nicht nur auf das Preisschild schauen, sondern auch auf die Fördermöglichkeiten", rät Marktkenner Schwuchow.

Er rechnet vor: An der Business-School der Uni Stanford werden 75 Prozent der Studenten finanziell gefördert, an der Harvard Business School 63 Prozent. Oft gebe es gut fünfstellige Förderbeträge im Jahr. Es ist wie beim Autokauf. "Man sollte nicht nach dem Listenpreis entscheiden, sondern nach der Summe, die effektiv zu bezahlen ist.

Überdies rät Schwuchow, nicht nur an die Kosten zu denken - sondern auch an den Nutzen. "Jedes Studium ist auch eine Investition. Wer vor einer Entscheidung steht, sollte deshalb die zukünftige Bildungsrendite einrechnen."

Schulbesuch entscheidet über Einkommensklasse

Jeder MBA-Anbieter ist eine Marke — und die sind so unterschiedlich wie Autos. Skoda ist das zuverlässige Preiswert-Auto, nach dem sich keiner umdreht. Maserati dagegen steht für "exklusiv", "imageträchtig" und "rasant". Übersetzt auf den MBA-Markt heißt das: "Je nach Schule erhält der Absolvent Zugang zu einer anderen Einkommensklasse", sagt Schwuchow.

In den Rankings, etwa jenem der "Financial Times" werden diese Daten ausgewiesen. "Ein Abschluss an den 15 bestplatzierten Schulen weltweit bringt nach dem Studium 110.000 Dollar Jahreseinkommen", rechnet der Bremer Professor vor. Wer sich dagegen mit einem MBA an einer in den Top-100 weiter unten gerankten Schulen begnüge, "verdient 81 000 Dollar im Jahr.“

Da entpuppe sich manche scheinbar teure Business-School als das bessere Angebot

Dieser Artikel ist erschienen am 12.09.2012
 

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