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Jonathan Knee

Der "Million Dollar MBA"

CMO
Jonathan Knee ist Autor des Investmentbanking beschäftigt sich als Investmentbanker und MBA-Professor mit Medien.
Jonathan Knee ist Dozent der Columbia Business SchoolFoto: © PR
Junge Karriere: In aller Kürze: Was ist das "Media Program" an der Columbia Business School?
Jonathan Knee: Die Studenten, die in das MBA-Programm der Columbia Business School aufgenommen worden sind, haben die Möglichkeit, sich auf einem von mehreren Feldern zu spezialisieren ("concentration"). Das "Media Program" ist dafür verantwortlich, das Kursangebot der "media concentration" zu organisieren. Dabei liegt unser Fokus darauf, ein breites Angebot an Kursen zu schaffen, die sowohl von führenden Akademikern als auch von Leuten aus der Praxis gegeben werden. Im weiteren Sinne ist es jedoch unser Ziel, ein Umfeld zu schaffen, in dem intensive Kontakte und Austausch zwischen unseren Studenten, den Dozenten, den Ehemaligen und Leuten aus der Wirtschaft möglich werden.
Sie sind eigentlich Investmentbanker. Was verstehen Sie von Medien?
Ich beschäftige mich als Investmentbanker seit über einem Jahrzehnt mit der Medienindustrie, zuerst bei Goldman Sachs, dann bei Morgan Stanley und gegenwärtig bei Evercore Group.

Die besten Jobs von allen

Wenn Sie als Investmentbanker weiter an solchen Deals arbeiten, wie viel Zeit können Sie da in Ihren Columbia-Job stecken?
Ich gebe in jedem Semester einen Kurs: "Media Mergers & Acquisitions" im Frühjahr und (mit Professor Greenwald) "Strategic Management of Media" im Herbst. Gewöhnlich verbringe ich den ganzen Tag an der Columbia Business School, wenn ich meinen Kurs gebe. Und ich komme zu den verschiedenen Veranstaltungen, die von dem "Media Program" oder der Media Management Association, einer sehr aktiven Studentenvereinigung, organisiert werden.
In Ihrem Buch "Million Dollar Boys" lassen Sie kein gutes Haar an MBA-Programmen. Ist es da nicht seltsam, dass ausgerechnet Sie in einem MBA-Programm unterrichten?
Viele MBA-Programme tun nicht genug dafür, ein Curriculum zu entwickeln, in dem die einzelnen Disziplinen aufeinander abgestimmt sind, und sie versagen auch dabei, die Business-Community, also Leute aus der Praxis, auf adäquate Weise zu beteiligen. Dies sind glücklicherweise zwei Punkte, wo die Columbia Business School ihre besondere Stärke hat. Im Übrigen zeigen Gehälteranalysen, dass es eine gute Investition ist, ein Top-MBA-Programm wie das von Columbia zu machen, während sich ein zweitklassiges Programm nicht lohnt.
Was genau können Ihre MBA-Studenten von Ihnen lernen?
Der Kurs "Media Mergers & Acquisitions" hilft den Studenten zu verstehen, was Entscheidungsträger dazu treibt, solche Transaktionen zu tätigen. Der Kurs "Strategic Management of Media" identifiziert die Quellen von Wettbewerbsvorteilen (oder ihr Fehlen) in verschiedenen Unterbereichen der Medienindustrie und welche Implikationen das für das Management von Medienunternehmen hat.
Etwas weiter gefasst: Was muss ein guter Medienmanager heute können? Und was kann ein Student davon bei Ihnen lernen?
Das Mediengeschäft ist ein Geschäft wie jedes andere auch. Obwohl viele Medienmogule so tun, also ob es mythischer Fähigkeiten bedürfe, um ihr Geschäft zu betreiben, ist das nicht der Fall. Ganz im Gegenteil zeigen die schwachen Umsatzrenditen der Medienkonzerne, dass es eines ganz anderen Ansatzes bedarf.
 

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