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Auslandserfahrung

"Der Geldbeutel entscheidet"

Ulrike Heitze
Internat oder Gastfamilie beim Auslandsaufenthalt? Bildungsberaterin Mirjam Auweiler gibt Tipps.

Foto: shootingankauf/Fotolia

Glück in der Ferne

 

Frau Auweiler, für viele Eltern, die ihre Kinder auf eine Schule im Ausland schicken wollen, ist es die Gretchenfrage: Internat oder Gastfamilie?

Mirjam Auweiler: Familien, die sich für ein Internat entscheiden, haben meist das Akademische im Blick. Der Lernerfolg steht im Vordergrund, die intensive schulische Betreuung, der internationale Abschluss. Zudem kann ein Internat speziell auf die individuellen Eigenheiten und Fähigkeiten eines Kindes eingehen. Und nicht zuletzt sind Internate oft auch eine Sache des Prestiges

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Für wen ist dann eine Gastfamilie interessant?

Auweiler: Bei der Variante Gastfamilie plus Besuch einer privaten oder öffentlichen Schule liegt der Fokus eher auf dem kulturellen Austausch und der Spracherfahrung. Die Kinder und Jugendlichen erleben unmittelbar, wie es ist, in einem anderen Land zu leben und wie Familienleben dort funktioniert. In einer Gastfamilie taucht man schneller in die fremde Kultur ein als im Internat. Letztlich muss die Entscheidung „Internat oder Gastfamilie“ aber zum Kind passen

Inwiefern?

Auweiler: Man muss sehen, ob sich das Kind schon zutraut, in einer Gastfamilie zu wohnen. Bei den meisten sind das unterm Strich wertvolle Erfahrungen, oft ist man sich noch Jahre nach der Rückkehr freundschaftlich verbunden. Aber die Kinder müssen den Anschluss an die Familie finden. Insbesondere Jüngere tun sich schon mal schwer, vor den fremden Erwachsenen und in der neuen Sprache zu sprechen oder sich an die Gepflogenheiten des Gastlandes zu gewöhnen. Deshalb schreiben viele Länder auch ein Mindestalter für ihre Gastfamilienprogramme vor

 

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