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Internationale Anerkennung

Der Druck auf die MBA-Schulen steigt

Stefani Hergert
Aktuelle Fusionsgerüchte zeigen, dass die privaten Wirtschaftsuniversitäten wachsen müssen. Sie sind noch immer zu klein, um international wahrgenommen zu werden.

Nur eine Handvoll private Wirtschaftshochschulen in Deutschland bieten Managementstudiengänge wie den MBA auf qualitativ hohem Niveau. Dazu gehört auch die Handelshochschule Leipzig. Foto: HHL

Brisante Situation

Das Dementi von Michael Diekmann, Allianz-Chef und zugleich Vorstandsvorsitzender der Stiftung der privaten European School of Management and Technology (ESMT), kam schnell: „Zur Kenntnis genommen und nicht weiterverfolgt.“ So kommentierte er ein vor kurzem bekannt gewordenes Papier der Konkurrenz-Hochschule Frankfurt School of Finance & Management.

Der Inhalt: Eine Fusion der beiden Anbieter von Managementstudiengängen wie dem Master of Business Administration (MBA). Also eine Falschmeldung? Das Thema habe sich erledigt, gibt man sich an der ESMT seitdem sichtlich gereizt. Kein Wunder, zeigt das possenähnliche Schauspiel doch, wie brisant die Situation der deutschen MBA-Anbieter ist.

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Denn Fusionsgedanken unter den privaten deutschen Wirtschaftshochschulen gibt es immer wieder. Die sogenannten „Business Schools“ wie ESMT, WHU – Otto Beisheim School, Handelshochschule Leipzig oder European Business School sind schlicht zu klein, um international mitspielen zu können. Einige schreiben zudem rote Zahlen.

Angewiesen auf spendable Förderer

Denn die Finanzierung einer forschungsstarken privaten Hochschule ist allein aus Studiengebühren nicht möglich, die Anbieter sind auf spendable Förderer und zahlende Unternehmenskunden angewiesen. Die hat aber nicht jeder.

Dass die Frankfurt School auf der Suche nach Partnern ist, hatte deren Leiter Udo Steffens schon anklingen lassen. Die Hochschule hat eine mehr als 50-jährige Geschichte – und sich so einen respektablen Ruf in der Lehre erarbeitet. In der Forschung ist sie aber noch nicht auf Universitätsniveau, urteilte 2010 auch der Wissenschaftsrat, eine Art Tüv für private Hochschulen. Ein Zusammengehen mit der stark forschungsorientierten ESMT erscheint allein deshalb sinnvoll.

 

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