Hochschulabschluss
Der Bachelor ist nicht genug
Kristin Schmidt, wiwo.de
Dreiviertel aller Bachelorabsolventen hängen ein Masterstudium dran. Warum den jungen Menschen ihr erster Abschluss nicht reicht, und warum diese Entwicklung problematisch ist.
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Ziel nicht erreicht!
Näher an der Praxis, internationaler und vor allem jünger sollten die Absolventen durch das zweistufige Studiensystem aus Bachelor und Master werden. So dachte sich das zumindest die Kultusministerkonferenz, als sie das Modell entwarf.
Der Bachelor sollte zum "Regelabschluss" werden, der "für die Mehrzahl der Studierenden zu einer ersten Berufseinmündung" führen sollte. Nach sechs Semestern fit für den Arbeitsmarkt lautete die Losung.
Eine Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung belegt jetzt, dass dieses Ziel nicht erreicht wird. Fast dreiviertel aller Bachelorabsolventen hängen nämlich noch den Master dran. Die Studienzeit ist also in den meisten Fällen gar nicht kürzer als früher. 93 Prozent derjenigen, die den Master draufsatteln, wollen damit ihre Berufschancen verbessern.
Vermisste Qualifikationen
Und das obwohl sich führende Unternehmen, wie die Deutsche Bahn, BMW oder BASF 2004 mit einer Erklärung namens "Bachelor Welcome" dazu verpflichteten, den Absolventen "attraktive Einstiegschancen" zu bieten und aktiv für die neuen Studiengänge zu werben.
Die Realität sieht bislang anscheinend anders aus, woher sonst sollte die Angst der Absolventen kommen, dass ein Bachelor nicht ausreicht. Eine Ansicht, die auch BWL-Professor Christian Scholz von der Universität des Saarlandes teilt. Bachelor blieben weiterhin unbeliebt, weil sie nicht die gleiche Qualifikation hätten wie einst die Diplomanden.