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Weiterbildung

Den Master nebenberuflich machen

Britta Mersch
Mit einem nebenberuflichen Master-Studiengang erarbeiten sich Berufstätige solides Wissen und schaffen sich somit weitere Optionen für einen Karrieresprung. Weiterbildungen mit Masterabschlüssen gewinnen in vielen Berufszweigen an Bedeutung und werden auch vom Arbeitgeber gefördert.
Ein Master bringt der Karriere einen SchubFoto: © fotoman_65 - Fotolia.com
Sich auf jede Aufgabe bestmöglich vorzubereiten - das ist der Anspruch von Stephan Ensminger. Der 39-Jährige ist Herzchirurg an der Universitätsklinik in Erlangen. Bereits während seines Medizinstudiums suchte er sich für seine praktischen Stationen renommierte Institute im Ausland aus. An der Harvard Medical School verbrachte er etwa vier Monate im Bereich Kinderheilkunde, am John Radcliffe Hospital in Oxford widmete er sich der Inneren Medizin. Nach seinem Einsatz als Arzt im Praktikum in Tübingen nahm er sich drei Jahre Zeit, um in Oxford noch den Doctor of Philosophy, der dem Ph. D. entspricht, draufzusatteln. Und nur zwei Jahre später habilitierte er sich im Bereich der experimentellen Herzchirurgie und bekam im vergangenen Jahr eine Professur an der herzchirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen. "Ich wollte mir ein ordentliches wissenschaftliches Fundament aufbauen", sagt Ensminger zu seiner Lernmotivation.Diese solide Basis ergänzt er jetzt um einen weiteren Bildungsbaustein, denn seit diesem Jahr ist er Geschäftsführender Oberarzt am Universitätsklinikum in Erlangen - muss sich also auch mit Themen beschäftigen, die eigentlich nichts mit der Arbeit eines Chirurgen zu tun haben. Zu seinen Aufgaben gehören nun auch die Kostenkalkulation und die Personalplanung.

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Fernstudium erweitert das wissenschaftliche FundamentDamit ihm dies gelingt, hat sich der Mediziner für eine weitere Ausbildung entschieden: An der TU Kaiserslautern hat sich Stephan Ensminger für den Studiengang Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen eingeschrieben, den die Absolventen mit einem Master-Titel beenden.Dieses Fernstudium dauert vier Semester. Zu den Teilnehmern gehören Ärzte, Pädagogen oder Psychologen, die in Führungspositionen arbeiten - und die Kompetenzen mitbringen müssen, die sie in ihrem grundständigen Studium nicht erlernen. Rund 5000 Euro kostet die Zusatzausbildung insgesamt. "Das ist noch recht günstig", sagt Hans-Joachim Schubert, der Leiter des Studiengangs. Tatsächlich kosten viele weiterbildende Master-Angebote locker fünfstellige Summen.Mit der Einführung der neuen Abschlüsse Bachelor und Master an deutschen Universitäten sind mittlerweile rund 4 000 neue Master-Studiengänge entstanden. Viele von ihnen wurden aus den schon bestehenden Magister- und Diplom-Angeboten entwickelt - und auch die WeiterbildungsAngebote wurden teils ganz neu konzipiert, teils ergänzt. Insgesamt machen die Aufbaustudien etwa zehn Prozent aller Master-Angebote aus, werden also noch recht stiefmütterlich behandelt. Der Grund: Die Hochschulen stecken noch mitten in der Reform, die Angebote der Weiterbildungssparte bleiben da leicht auf der Strecke.Das Programm ist auf Leute mit Berufserfarhung ausgerichtetDas Besondere an den weiterbildenden Studiengängen ist aber: Sie richten sich gezielt an Berufstätige, die während des zwei- bis viersemestrigen Studiums weiter ihren Job machen. Darin unterscheiden sie sich von den anderen Master-Studiengängen, den sogenannten konsekutiven, die an einen Bachelor-Studiengang anknüpfen und die rund 70 Prozent der neuen Master-Angebote ausmachen. Daneben gibt es noch eine dritte Säule, die nicht-konsekutiven Studiengänge, die inhaltlich eine neue Spezialisierung anbieten, für die man im Grunde genommen keine Berufserfahrung braucht. Viele Studenten wählen diesen Studiengang aber trotzdem erst, nachdem sie schon ein paar Jahre gearbeitet haben.Verwirrend ist die neue Situation auch, weil die Titel eigentlich alle gleichwertig sein sollten - aber nicht alle gleich heißen. Am bekanntesten unter den akademischen Fortbildungen ist der "Master of Business Administration", besser bekannt unter dem Kürzel MBA. Bislang wurde der begehrte Titel vor allem von Business Schools verliehen. Das sind Spezialinstitute der Hochschulen, die eine umfassende Managementausbildung anbieten. Mit der Studienreform taucht der Titel MBA aber auch in Studienangeboten auf, die sich genau genommen gar nicht so nennen dürfen, weil es sich lediglich um eine spezialisierte Ausbildung handelt.

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