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Chaos bei Studienplatzvergabe
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Zulassungsbeschränkungen

Chaos bei der Studienplatzvergabe

Teil 2: Wertvolle Zeit geht verloren

Die Linke-Hochschulexpertin Nicole Gohlke sagte der dpa: "Jahr für Jahr erleben wir durch willkürliche Zugangsbeschränkungen und unnötige Mehrfachbewerbungen das reinste Chaos bei der Studienplatzvergabe."
 
Leidtragende seien alle Bewerber, die wertvolle Zeit verlören, "weil sie oftmals zu spät von Zu- oder Absagen erfahren und dann nicht mehr die Möglichkeit haben, sich zum Beispiel noch rechtzeitig auf einen Ausbildungsplatz zu bewerben". Die Linke will schon länger ein "Bundeshochschulzulassungsgesetz" zur besseren zentralen Steuerung des Verfahrens.

Dafür sieht das Bundesbildungsministerium aber "keinen Regulierungsbedarf".

Länder in der Verantwortung

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) warnt derweil davor, zusätzliche Kosten für das DoSV auf die Unis abzuwälzen, und sieht die Länder in der Verantwortung. Außerdem sei die Anzahl der teilnehmenden Hochschulen in den Vorjahren doch schon kontinuierlich gestiegen.

Von Bundesland zu Bundesland ist die Zahl der Hochschulen, die bei der Studienplatzbörse mitmachen, jedoch sehr unterschiedlich. So beteiligte sich laut KMK-Bericht in Mecklenburg-Vorpommern von vier Hochschulen keine einzige, in Schleswig-Holstein nur eine von sieben, in Hamburg eine von fünf, in Hessen drei von zehn.

Unterdurchschnittlich war die Teilnahme auch in Niedersachsen (37,5 Prozent) und Baden-Württemberg (39,39). Über dem Bundesschnitt von 55,5 Prozent lagen Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt – sowie Thüringen und Bremen mit satten 100 Prozent DoSV-Beteiligung.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 01.07.2016
 

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