Neue Studiengänge

BWL mit Kunst verbinden

Katja Stricker
Lynn Waffenschmidt bezeichnet sich selbst als PhilosophinFoto: © Bernd Telle
Porträt: Lynn Waffenschmidt
Lynn Waffenschmidt ist eine Überfliegerin - selbst wenn sie sich niemals so bezeichnen würde. Mit gerade mal 17 Jahren machte sie Abitur, ging für ein Jahr als Au-Pair und Deutschlehrerin nach Hongkong und ist jetzt mit 22 Jahren im letzten Semester ihres Bachelors in Philosophy & Economics an der Universität Bayreuth; auf den Studiengang wurde sie zufällig durch eine Berufsberatung aufmerksam. Obendrein spricht sie mittlerweile sehr gut Chinesisch. "China ist so etwas wie eine zweite Heimat für mich geworden", erzählt Waffenschmidt. Deshalb hat sie auch ihr Studium für ein Jahr unterbrochen, um vor Ort ihre Sprachkenntnisse weiter zu vertiefen und ein Praktika zu absolvieren. Und auch nach dem Studium zieht es Waffenschmidt nach China - ab dem kommenden Sommer plant sie dort einen freiwilligen Dienst als Lehrerin. "Ich möchte den Menschen etwas zurückgeben - weil ich mir der Tatsache bewusst bin, wie gut es mir eigentlich geht." Ihr Interesse für die chinesische Sprache und ihre Leidenschaft für Aristoteles, Platon, Kant und andere Philosophen ist für sie kein Widerspruch: "Ich mag Dinge, die logisch aufgebaut sind - wahrscheinlich fallen mir deshalb Philosophie und Mandarin so leicht."Porträt: Philipp Thunecke"Wer analysiert eigentlich die Analysten?" - diese provokante Frage der Alanus-Uni prangte auf einer Litfaßsäule in Köln und fiel Philipp Thunecke sofort ins Auge. Ein Zufall, der seinen weiteren Lebensweg verändern sollte. "Die Frage hat mich neugierig gemacht, ich habe mir noch am gleichen Tag die Internetseite der Hochschule angesehen", erinnert sich der heute 23-Jährige. Die Kombination von BWL, Kunst und einem Studium generale begeisterte Thunecke sofort, "nicht nur, weil ich in einem kunstbegeisterten Haushalt aufgewachsen bin. Meine Mutter ist Künstlerin, und ich selber habe schon immer gerne gezeichnet." Auch das Motto der Alanus-Hochschule, "Wirtschaft neu denken", reizte den gebürtigen Bonner. BWL pur - das wäre Philipp Thunecke zu trocken gewesen. "Die Kunst- und Schauspiel-Stunden lockern meinen Stundenplan auf und schaffen einen guten Ausgleich zu Statistik, Rechnungswesen und Makro-Ökonomie - meinem Prüfungsprogramm für dieses Semester", sagt der BWLStudent. Eine Antwort auf die Frage, mit der alles anfing, hat Thunecke bisher nicht gefunden - im Gegenteil. "Es kommen immer mehr Fragen hinzu", sagt er schmunzelnd. Das ist gewollt. Schließlich sollen die Manager von morgen neue Denkmuster wagen und neue Wege gehen.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.01.2010

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