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Exzellenzinitiative
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Exzellenzinitiative

Boni für Spitzenforschung

wiwo.de, dpa
Was vor zehn Jahren mit zusätzlichen Euro-Milliarden für die deutsche Wissenschaft begann, soll auf jeden Fall weitergehen – bei stärkerem Fokus auf Exzellenz. Neue Leistungs-Boni könnten die Unis motivieren.
Die Exzellenzinitiative für Spitzenforschung hat nach einem Experten-Gutachten neue Dynamik an die deutschen Hochschulen gebracht und sollte mit verbessertem Zuschnitt fortgesetzt werden. Um "auf Augenhöhe mit den Besten" etwa in Großbritannien oder den USA zu gelangen, sei eine Verstetigung des vor zehn Jahren gestarteten, bisher 4,6 Milliarden Euro teuren Förderprogramms notwendig, sagte der Chef der Bund-Länder-Kommission, Dieter Imboden. Als Anreiz brachte er frei verwendbare jährliche "Exzellenzprämien" von je 15 Millionen Euro für die zehn besten Unis nach einem Ranking ins Spiel.

Unis mehr Zeit geben

"Die deutschen Universitäten sind auf dem Weg, aber das Ziel ist noch weit", so Imboden bei der Präsentation des Gutachtens in Berlin. Es gebe noch "Baustellen" im deutschen Wissenschaftssystem, etwa bei der "fachlichen Differenzierung von Forschungsthemen" an den Unis oder bei der Steuerung durch die Hochschulleitungen. Für eine Fortsetzung der Exzellenzinitiative ab 2018 im jährlichen Umfang von "mindestens" 500 Millionen Euro solle den Hochschulen genügend Zeit gegeben werden. Imboden schlug daher vor, die Laufzeit aller Projekte des aktuellen Programms um zwei Jahre bis Ende 2019 zu verlängern.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte, das Gutachten bestärke Bund und Länder, ihre Förderung fortzuführen. Nächste Woche werde es ein Treffen der Wissenschafts-Staatssekretäre geben, um Schlussfolgerungen zu ziehen: "Das geht jetzt schnell." Bis zum Frühsommer könne eine Vereinbarung von Bund und Ländern für ein Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten stehen, um den nächsten Exzellenz-Wettbewerb in die Wege zu leiten. Zwar wolle man damit rasch vorankommen, doch "die Zeit, die notwendig ist, wird den Hochschulen gegeben", betonte Wanka.
 

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