Private Hochschulen

Bildung lohnt sich nicht

Konrad Fischer, Stefani Hergert
Dank der Kühne-Stiftung dürfte der KLU das Schicksal der Pleitiers erspart bleiben. Ist sie doch bis dato das einzige Projekt des 73-jährigen kinderlosen Milliardärs Kühne. Zudem ist Baumanns Realist: "Wir gehen nicht davon aus, mit der grundständigen Bildung, also den Bachelor- und Masterprogrammen, jemals Geld zu verdienen."Wer bestehen will, braucht wie Baumanns einen starken Finanzier, manchmal einen, ohne den es die Hochschule gar nicht mehr gäbe. Die frühere International University Bremen, heute mit 1 250 Studenten eine der größten privaten der Republik, kam nur durch eine dreistellige Millionengabe des Kaffeeunternehmers Klaus Jacobs wieder auf die Beine. Für seine Einlage bekam der mittlerweile verstorbene Unternehmer keine Rendite, er bekam etwas viel Besseres: ein Denkmal. Denn seither heißt die Hochschule Jacobs University.Auch die WHU in Vallendar, eine der besten deutschen Wirtschaftshochschulen, stünde ohne MetroGründer Otto Beisheim nicht so solide da. Auch er spendete Millionen, auch ihm setzte man mit dem Namen ein Denkmal: WHU - Otto Beisheim School of Management.Auch Zeit-Stiftung und der Zeppelin-Konzern sehen ihr Engagement bei der Bucerius Law School beziehungsweise der Zeppelin University als gesellschaftliches - und als Bildungsauftrag: Moderne Konzepte, neue Studiengänge, interdisziplinäre Ansätze. An der Bucerius-Hochschule spendiert die Zeit-Stiftung jährlich mehr als acht Mio. Euro des 15-Mio.-Euro-Etats.Es könnte sein, dass die privaten Bildungsstätten bald noch mehr Konkurrenz bekommen. Zeit-Stiftungs-Chef Göring ist sich sicher: "Das Wirtschaftswunder hat eine ganze Menge wohlhabender Deutscher hervorgebracht, die sich immer mehr in der privaten Hochschulbildung engagieren."Privat mit Staat
Ohne öffentliche Zuschüsse kommen viele Privathochschulen aber auch nicht aus. Die älteste deutsche Privatuniversität Witten/Herdecke bekommt jährlich 4,5 Mio. Euro von NRW, an die Wirtschaftshochschule Gisma überweisen niedersächsische Ministerien 1,2 Mio. Euro im Jahr. Für Neubauten oder als Anschubfinanzierung haben einige Private Geld erhalten. 25 Mio. Euro spendieren öffentliche Geldgeber etwa für den Campus der neuen European Business School in Wiesbaden. Die Diskussionen um Zuschüsse halten an.
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Dieser Artikel ist erschienen am 01.07.2010

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