Die alte Weisheit, dass Bildung sich auszahlt, gilt offenbar nicht immer. Die finanziellen Probleme deutscher Privathochschulen zeigen: Mit Forschung und Lehre lässt sich kein Geld verdienen. Bestehen kann nur, wer einen großzügigen Spender hinter sich weiß.
Der Mann hat hohe Ziele, und kennt doch seine Grenzen. "Mit Sicherheit können wir eines Tages so erfolgreich sein wie Harvard", sagt Markus Baumanns, der Geschäftsführer der privaten Kühne Logistics University (KLU), die im Herbst in Hamburg ihre Pforten öffnet. Doch fügt er rasch hinzu: "Aber geben Sie uns bitte auch 350 Jahre."Baumanns weiß, wovon er redet. Er hat schon einmal einer privaten Hochschule zum Erfolg verholfen, als Geschäftsführer der Bucerius Law School für Juristen. Diesmal weiß er den milliardenschweren Unternehmer Klaus-Michael Kühne hinter sich, der die neue Hochschule über seine Kühne-Stiftung initiiert hat und dafür 30 Mio. Euro bereitstellt.Baumanns wird nicht dem großen Irrtum aufsitzen wie einige Betreiber von Privathochschulen in Deutschland vor ihm. Sie glaubten, dass man mit Lehre und Forschung Geld verdienen kann. "In Deutschland eine private Hochschule mit Gewinnabsicht zu betreiben, funktioniert nicht", sagt Michael Göring, Chef der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, die Finanzier der Bucerius Law School ist. Private Hochschulen sind nur dann erfolgreich, wenn sie ein gesellschaftliches Engagement sind. Man könnte auch sagen: Wenn sich Unternehmer wie Kühne einen Traum erfüllen.Offenbar haben dieses Prinzip aber nicht alle verinnerlicht: 2009 rutschte die Private Hanseuniversität in Rostock, betrieben vom Unternehmen Educationtrend, ins Aus. Am Ende wollten an der privaten Hochschule nicht einmal eine Handvoll Studenten lernen. Nicht besser erging es der International University in Bruchsal und dem Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT). In beide Hochschulen steckten Investoren und Kommunen immer wieder Millionen, ehe sie es schließlich aufgaben.Immer wieder hatten Betreiber gehofft, den Betrieb zum großen Teil aus Studiengebühren zu finanzieren. "Man kann als private Hochschule in Deutschland nur bestehen, wenn man die Finanzierung von den Studiengebühren abkoppelt. Mehr als ein Viertel des Haushalts wird eine private Hochschule nicht aus Studiengebühren bestreiten können", sagt hingegen Zeit-Stiftungs-Chef Göring. Und das, schiebt er hinterher, gelte selbst für Wirtschaftshochschulen.Was die Betreiber vergessen: Eine Hochschule auf Universitätsniveau braucht die Forschung, um Studenten auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu unterrichten und um sich ein Renommee aufzubauen. Doch Forschung ist teuer, sie lässt sich rein über Studiengebühren nicht finanzieren.Auch in den USA wird mit Studiengebühren kein Geld verdient Da hätte die Pleitiers auch schon ein Blick in die USA eines besseren belehren können. Selbst im Mutterland der Privatuniversitäten wird trotz hoher Gebühren mit dem Studium kein Geld verdient, einen großen Teil des Haushalts bestreiten die Unis mit den Zinsen des oft milliardenschweren Kapitalstocks und Spenden. Studiengebühren machen nur einen Bruchteil aus. "Selbst an den besten amerikanischen Universitäten beträgt der Anteil nur ein Drittel. Da darf man sich nichts vormachen", sagt Göring.
Viele Führungsetagen "sind von Dilettantismus geprägt", sagt der Motivationstrainer Rolf Schmiel im Interview. Statt ihren Mitarbeitern Visionen und Perspektiven zu vermitteln, hinterließen die Chefs oft nur Orientierungslosigkeit..
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Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
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