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MBA

Aufstieg in die zweite Liga

Stefani Hergert
In Deutschland schließt eine kleine Riege solider Programme zu den renommierten Business Schools auf. Die Programme punkten mit den Namen bekannter Universitäten und guten Inhalten zum niedrigen Preis. Doch fehlt ihnen die Internationalität.
30 000 Euro kostet der Executive MBAFoto: © endostock - Fotolia.com
In Deutschland wächst eine kleine, zweite MBA-Liga heran, die zur Konkurrenz für die etablierten deutschen Business Schools wird. Es sind vor allem staatliche Universitäten, die praxisnahe Management-Programme anbieten und damit in ihrer Region stark sind. Ihr Vorteil: Berufsbegleitend suchen viele Bewerber in Wohnortnähe ein gutes Programm mit Anschluss an eine renommierte Hochschule.Universitäten wie Mainz, Eichstätt-Ingolstadt, Augsburg, die RWTH Aachen oder die Technische Universität München (TUM) vermitteln berufsbegleitend das nötige Rüstzeug, das Ingenieure, Natur- oder Geisteswissenschaftler für Managementpositionen brauchen und müssen sich in puncto Qualität keineswegs verstecken. "Die Universität Augsburg und die TU München gehören zur Führungsgruppe in diesem Markt, auch die Fakultät an der RWTH ist da sehr ambitioniert", sagt ein Branchenkenner.

Die besten Jobs von allen

Keine internationalen ProgrammeIn den Programmen lehren die Professoren der jeweiligen Universitäten, aber auch Koryphäen anderer Hochschulen und Business Schools. Praktiker aus Großkonzernen wie VW, Allianz oder Siemens bringen zudem ihre Erfahrung ein. Eines muss Bewerbern allerdings klar sein: International sind die Programme nicht, der interkulturelle Austausch fehlt. In den zum Großteil deutschsprachigen Seminaren bleiben Studenten aus Deutschland meist unter sich.Viele der Programme sind keineswegs so jung, wie man es vermuten würde. Die Universität Augsburg hat schon elf Jahre Erfahrung mit dem 20-monatigen MBA Unternehmensführung. Mindestens zwei Jahre Berufserfahrung fordert man in Augsburg von den Teilnehmern, die im Schnitt schon sieben Jahre gearbeitet haben und 34 Jahre alt sind.Neubau auf dem Campus AugsburgMitten auf dem Campus der Universität hat das Weiterbildungszentrum gerade ein neues Haus bezogen, die Technik ist auf dem neuesten Stand, die Räume sind in warmen Holztönen gehalten. Unternehmen wie der Optikkonzern Carl Zeiss, die jedes Jahr Teilnehmer in das 28 000 Euro teure Wochenend-Programm entsenden, sind von dessen Qualität überzeugt. "Augsburg muss sich keineswegs verstecken, es gibt kaum größere Unterschiede zu den Programmen von Business Schools wie Mannheim oder WHU. Die Qualität der Vorlesungen mag an der einen oder anderen Stelle vielleicht niedriger sein als dort, aber das sind Feinheiten, die für unseren Bedarf nicht relevant sind", sagt Bernhard Just, Personalchef bei Carl Zeiss. Ein gutes Indiz ist das Gütesiegel Epas, das der Augsburger MBA als erster hierzulande bekam.Zwar unterrichten die Dozenten meist in deutscher Sprache, doch ist ein siebenwöchiger Vollzeitaufenthalt an der Joseph M. Katz Graduate School of Business im amerikanischen Pittsburgh für alle Teilnehmer Pflicht. Augsburg wirbt damit, es ist das Aushängeschild des MBA. Personalchef Just sieht das nüchterner. "Die sieben Wochen in den USA sind nicht überlebensnotwendig - ein netter Zusatz, der den amerikanischen MBA auch ein bisschen entmystifiziert", sagt Just.
 

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