Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Studiengänge

Absolventen nach Maß

Claudia Obmann
Um qualifiziertes Personal zu erhalten, nehmen immer mehr Unternehmen das Zepter in die eigene Hand. Sie kooperieren mit Hochschulen und gestalten maßgeschneiderte Studiengänge.
Duale Studiengänge schaffen Personal wie maßgeschneidert.Foto: © scatto - Fotolia.com
Berufsbegleitenden Studiengängen gehört die Zukunft. Davon sind Personalmanager überzeugt. Vor allem die in Abstimmung mit Unternehmen durchgeführten Berufsqualifizierungen decken den Personalbedarf der Arbeitgeber exakt. Die Modelle jedoch sind sehr unterschiedlich.Beispiel Telekom: Personalvorstand Thomas Sattelberger, in den 1970er-Jahren selbst Absolvent des ersten dualen Studiengangs Betriebswirtschaftslehre an der Stuttgarter Berufsakademie, hat einige spezifische berufsbegleitende Studiengänge eingerichtet - etwa in Kooperation mit der Leipziger Hochschule für Telekommunikation und der Steinbeis Hochschule in Berlin. Sowohl Bachelor- als auch Master-Abschlüsse, die dort neben dem Job erworben werden können, werden mit Freistellung und Finanzspritze unterstützt.

Die besten Jobs von allen

Beispiel Audi: Einmalig verdoppelt der Autoproduzent im Jahr 2012 die Teilnehmerzahl im dualen Studienprogramm in Kooperation mit der Hochschule Neckarsulm auf 24. Personalvorstand Thomas Sigi: "Wir erhöhen die Chancen der besonders starken Abiturjahrgänge auf einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Gleichzeitig sichern wir uns qualifizierten Nachwuchs, besonders in den Ingenieurstudiengängen."Und auch der deutsche Wirtschaftsprüfer-Nachwuchs soll gezielter auf die Bedürfnisse seiner Arbeitgeber hin geschult werden. Denn die Bachelors, die nach sechs Semestern von der Hochschule ins Unternehmen wechseln, sind nicht so gut qualifiziert wie ihre Vorgänger mit Diplom. Vor allem an Steuerkenntnissen, Recht und Bilanzierungs-Know-how mangelt es. Erstmals haben sich die Branchenführer Deloitte, Ernst & Young, KPMG und Pricewaterhouse-Coopers deshalb zusammengetan, um ihre Nachwuchsausbildung zu koordinieren: Sie wollen einen einheitlichen, berufsbegleitenden Masterstudiengang an bis zu zehn deutschen Unis etablieren.Ab 2012 wollen sie dann Mitarbeitern mit Bachelor-Abschluss die berufsbegleitende Weiterbildung im Wert von 35.000 Euro spendieren. Wer schon ein Jahr als Prüfungsassistent gearbeitet hat und die Eignungsprüfung der Uni besteht, bereitet sich darin auf das Wirtschaftsprüfer-Examen vor.
Dieser Artikel ist erschienen am 29.11.2010
 

Fair Company | Initiative