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Interview Andreas Pinkwart

„In die Spitzengruppe Europas“

Stefani Hergert
Der frühere FDP-Vize Andreas Pinkwart über seine Pläne als neuer Chef der Handelshochschule Leipzig (HHL), einen neuen Stiftungslehrstuhl und die Aufwertung des Teilzeit-MBA.
 Der neue Rektor und akademische Geschäftsführer der HHL: Andreas Pinkwart   Foto: HHL

Herr Pinkwart, mit Ihnen hat die HHL einen ehemaligen Spitzenpolitiker als Chef. Wie hoch ist der Erwartungsdruck, dass Sie Ihr Netzwerk auch nutzen?

Andreas Pinkwart: Natürlich ist meine Bekanntheit hilfreich, aber kein entscheidender Grund, warum die Wahl auf mich gefallen ist. Erwartungsdruck gibt es nicht, vielmehr das Vertrauen darauf, dass das neue Führungsteam die HHL in eine gute Zukunft führt.

Ihr Vorgänger hat das Ziel ausgegeben, dass die HHL bis 2020 zu den besten zehn Wirtschaftshochschulen in Europa zählt, mit doppelt so vielen Studenten wie heute. Bleibt es dabei?

Pinkwart: Wir werden im Frühjahr 2012 ein Konzept für die Entwicklung bis 2020 vorstellen. Dazu gehören dann auch konkrete Zahlen. Zur europäischen Spitzengruppe aufzuschließen, ist klares Ziel.

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Zum Wachstum ist die HHL fast schon verdammt, mit etwa 400 Studenten ist sie klein.

Pinkwart: Sicherlich brauchen die deutschen Business Schools eine kritische Größe, um international wahrgenommen zu werden.

Wie wollen Sie das finanzieren? Die HHL macht Verlust.

Pinkwart: Wir sind eine forschungsorientierte gemeinnützige Hochschule. Forschung ist teuer und bedarf einer breiten Finanzierung. Seit der Gründung vor 113 Jahren helfen uns dabei die IHK Leipzig, Unternehmen, die Stadt Leipzig und das Land. Alle haben zugesagt, ihre Anstrengungen noch zu erhöhen. Das ist eine gute Ausgangslage.

Das Firmen-Engagement ist in der Krise massiv zurückgegangen. Wie sieht es heute aus?

Pinkwart: Wir sind guter Dinge, dass die Krise überwunden ist. Einen neuen Stiftungslehrstuhl vom Stiftungsfonds Deutsche Bank konnten wir schon einwerben. Weitere werden hinzukommen.

Das dürfte nicht einfach werden. Die Managementausbildung steht international in der Kritik, in Deutschland tut man sich mit dem MBA traditionell schwer.

Pinkwart: Der MBA wird in Deutschland viel wichtiger werden. Das System der neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master schafft eine neue Zielgruppe: All jene, die nach dem Bachelor in die Wirtschaft gehen und sich später neben dem Beruf weiterbilden wollen.
 

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