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Altersvorsorge

Wie funktioniert die Riester-Rente

Barbara Weise
Wie wird richtig geriestert? Junge Karriere steht Ihnen mit 20 Fragen und Antworten zur Seite.
Was ist die Riester-Rente?Die Riester-Rente ist eine freiwillige, private Altersvorsorge, die der Staat mit Zulagen und steuerlichen Vorteilen unterstützt. Die Versicherten zahlen während ihres Arbeitslebens Beiträge in eine private Rentenversicherung, einen Banksparplan oder einen Fonds, und erhalten dafür vom Staat Zulagen und Steuerfreibeträge. Riesterprodukte sind behördlich zertifiziert, das bedeutet der Versicherer garantiert Rückzahlungen mindestens in Höhe der eingezahlten Beiträge sowie eine Mindestverzinsung von zur Zeit 2,75 Prozent.

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Wer hat Anspruch auf die Riester-Förderung?Anspruch auf die staatliche Förderung durch Zulagen und Steuerfreibeträge haben alle gesetzlich rentenversicherten Arbeitnehmer und alle Beamten, außerdem Soldaten und Zivildienstleistende, Eltern im Erziehungsurlaub, freiwillig gesetzlich Rentenversicherte und Arbeitslose. Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rente pflichtversichert sind, erhalten zur Zeit noch keine Riester-Förderung.Wie hoch ist die Förderung?ab 2004- Alleinstehende: 76 €
- Ehepaare, bei denen jeder einen Riester-Vertrag hat: 152 €
- je Kindergeld berechtigtes Kind: 92 €
ab 2006- Alleinstehende: 114 €
- Ehepaare, bei denen jeder einen Riester-Vertrag hat: 228 €
- je Kindergeld berechtigtes Kind: 138 €
ab 2008- Alleinstehende: 154 €
- Ehepaare, bei denen jeder einen Riester-Vertrag hat: 308 €
- je Kindergeld berechtigtes Kind: 185 €
Wie bekommt man die Förderung?Der Anleger muss die staatlichen Zulagen selbst beantragen. Er erhält vom Versicherungsunternehmen zu Beginn des Jahres einen Antrag auf Altersvorsorgezulage, für die Kinderförderung gibt es ein zusätzliches Formular.Die ausgefüllten Anträge schickt der Versicherte an seinen Anbieter zurück; dieser leitet sie an die staatliche Zulagenstelle weiter. Die staatliche Förderung wird dem Rentenvertrag sofort nach Eingang des Geldes gutgeschrieben.Die staatliche Zulagenstelle erstellt dem Versicherten eine jährliche Bescheinigung, aus der hervorgeht, wie hoch die gezahlten Zulagen sind. Zusätzlich erhält der Anleger von seinem Anlageinstitut eine Anbieterbescheinigung. Darin sind die Vorsorgebeiträge mit Anbieter-, Zertifizierungs- und Vertragsnummer aufgeführt. Diese Bescheinigung benötigt man, um die Altersvorsorgebeiträge in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend zu machen.Der Anspruchsberechtigte ist dazu verpflichtet, dem Anbieter unverzüglich eine Änderung der Verhältnisse mitzuteilen, die zu einer Minderung oder zum Wegfall des Zulageanspruchs führt (z. B. Scheidung, Wegfall des Kindergeldanspruchs etc.). Er sollte darüber hinaus auch Änderungen mitteilen, die zu einer Erhöhung des Zulageanspruchs führen (z. B. Geburt eines Kindes).