MBA in Großbritannien

Teil 4: Maßgeschneidert fürs Unternehmen

Christoph Mohr
Erstaunlicherweise ist der Ashridge-MBA bei Lufthansa kein Karriere-Booster. Er ist ein Kann, aber kein Muss. "Karrieremäßig führt der Ashridge-MBA nicht zwingend weiter", sagt Lufthansa-Personaler Gochermann. "Es gibt keinen Automatismus." Überhaupt hat man den Eindruck, dass der Ashridge Executive MBA mittlerweile neben der eigentlichen Karriereförderung bei Lufthansa herläuft. Allerdings arbeitet die Corporate University noch auf einer ganz anderen Ebene mit Ashridge zusammen.Programme auch für Lufthansa-Top-Manager"Für unsere Management-Programme, also alle Programme der Führungsebenen, insgesamt etwa 1000 Manager, haben wir nach einem Ausschreibungsprozess drei "preferred partners" identifiziert", erklärt Gochermann. "Gewonnen haben in dem Pitch Ashridge, die London Business School und die European School of Management and Technology (ESMT)" (an der die Lufthansa als Gründungsmitglied beteiligt ist).Mit diesen Partnern arbeitet Lufthansa eng zusammen, wenn es um Managerfortbildungsprogramme geht - und ist ein bisschen stolz darauf, dass diese Programme so gut sind, dass sie auch für "Systempartner" wie den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, die Deutsche Flugsicherung oder die übernommene Fluggesellschaft Swiss attraktiv sind.Aber auch ohne die offizielle Karriere-Unterstützung durch den Arbeitgeber sehen die Lufthansa-MBA-Studenten in dem Ashridge-MBA viele Vorteile. "Wenn man sich im Management weiterbilden will, ist der MBA doch international heute das Standarddiplom", sagt Anett Heid, die im Übrigen ihren Karrieresprung auf die jetztige Position durchaus auch auf den MBA zurückführt.Äußerst positiv äußert sich auch Robert Kernahan, der noch mitten im MBA-Studium steht. "Ich war sieben Jahr Fluglotse beim US-Militär in Deutschland", erklärt der 39-jährige Amerikaner. "Ich verstehe eine ganze Menge von Luftfahrt, hatte aber im kaufmännischen Bereich so meine Lücken."Der Leiter Produktentwicklung bei der IT-Tochter Lufthansa Systems wurde von seinem Geschäftsbereichsleiter für den Ashridge-MBA vorgeschlagen, "sonst hätte ich es wohl niemals in Erwägung gezogen."Das Kalkül scheint auch für Lufthansa aufgegangen zu sein: "Der Return kam sehr schnell", erzählt Kernahan. "Früher waren für mich die kaufmännischen Dinge in meinem Job eine große Herausforderung. Heute bin ich hier doch deutlich effektiver und habe ein besseres Verständnis für die großen Zusammenhänge."Natürlich macht der MBA-Student auch bei den üblichen MBA-Themen wie Strategie und HR-Management Fortschritte. Doch wirklich erstaunt hat ihn etwas Anderes: "Der MBA öffnet mir die Augen auf andere Sichtweisen. Natürlich war ich als Amerikaner in Deutschland schon immer in einer besonderen Situation. Aber mit 28 Studenten aus neun verschiedenen Ländern zusammen zu sitzen, ist noch einmal etwas ganz anderes." Da wird die Arbeitsbelastung fast nebensächlich. "Es ist viel Arbeit", sagt Kernahan. "Aber es ist zu schaffen."MBA in Großbritannien - die Serie:Teil 1: Die MBA-Zentrale London
Teil 2: Der MBA mit Stern
Teil 3: Entrepreneurship als Schwerpunkt
Haupttext: MBA in Großbritannien
Dieser Artikel ist erschienen am 27.06.2008

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